Gold bekommt zum Wochenstart Druck von einer ungewohnten Seite. Nicht die geopolitische Angst treibt den Preis, sondern der Zinsmarkt bremst. Steigende Renditen und teureres Öl verändern die Rechnung für Investoren spürbar.
Am Montag fiel der Goldpreis zeitweise um bis zu 1,3 Prozent auf rund 4.480 Dollar je Unze. Bereits in der Vorwoche hatte das Edelmetall fast 4 Prozent verloren. Für ein Asset, das keine laufenden Erträge abwirft, ist das aktuelle Umfeld schwierig.
Renditen drücken auf Gold
Der wichtigste Belastungsfaktor liegt am Anleihemarkt. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen stieg auf 4,631 Prozent. Das ist der höchste Stand seit Februar 2025.
Auch am langen Ende zogen die Renditen an. Die dreißigjährige US-Rendite erreichte mit 5,159 Prozent ein Jahreshoch. Damit steigt die Attraktivität verzinster Anlagen gegenüber Gold.
Daniel Hynes von ANZ sieht deshalb ein schwächeres Chance-Risiko-Profil für das Edelmetall. Höhere Renditen können Investoren dazu bringen, Goldpositionen abzubauen. Kein Wunder, dass der Preis empfindlich reagiert.
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Hormus-Krise heizt Inflation an
Der Konflikt um die Straße von Hormus verschärft den Druck. Die USA und der Iran liegen weiter weit auseinander. Eine Einigung zur Öffnung der wichtigen Energieroute ist nicht in Sicht.
Öl verteuerte sich weiter, nachdem US-Präsident Donald Trump neue Drohungen gegen Iran aussprach. Für die Märkte zählt dabei vor allem ein Punkt: Höhere Energiepreise können die Inflation treiben. Das macht Zinssenkungen weniger wahrscheinlich.
Daten aus der Vorwoche verstärkten diese Sorge. Die US-Großhandelspreise stiegen im April so stark wie seit 2022 nicht mehr. Auch die Verbraucherpreise legten so kräftig zu wie seit 2023 nicht mehr.
Fed bleibt der Schlüssel
Am Zinsmarkt rechnen Händler kaum noch mit schneller Entlastung. Laut CME Group liegt die Wahrscheinlichkeit einer Zinssenkung im Juni auf 3,25 bis 3,50 Prozent nur bei 2,6 Prozent.
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Der Markt setzt damit klar auf Stillstand. Eine unveränderte Spanne von 3,50 bis 3,75 Prozent kommt auf 97,4 Prozent Wahrscheinlichkeit.
Für Gold begrenzt das den Spielraum nach oben. Solange die Fed die Kreditkosten hoch hält, fehlt dem zinslosen Edelmetall ein wichtiger Rückenwind. Wachstumssorgen durch einen längeren Konflikt könnten das Bild später wieder drehen.
Ein Fundament bleibt allerdings bestehen. Laut World Gold Council erreichte die weltweite Goldnachfrage im ersten Quartal 2026 einen Rekordwert. Einschließlich OTC-Investments stieg sie um 2 Prozent auf 1.230,9 Tonnen.
Auch China kauft weiter Gold. Der asiatische Handel stützt den Markt bei Rücksetzern. Das verhindert keine kurzfristigen Verluste, kann aber die Abwärtsbewegung abfedern.
In dieser Woche rücken die Protokolle der Fed-Sitzung vom April in den Blick. ANZ erwartet mittelfristig eine geldpolitische Lockerung und sieht Gold bis Mitte 2027 bei 6.000 Dollar je Unze. Kurzfristig dominiert aber der Zinsdruck. Auf Jahressicht liegt Gold dennoch rund 42 Prozent im Plus.
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