Gold: 1,3 Prozent Minus auf 4.480 Dollar

Steigende Anleiherenditen und hohe Ölpreise setzen Gold zu. Die Fed-Politik bleibt der entscheidende Faktor für die weitere Entwicklung.

Gold Aktie
Kurz & knapp:
  • Gold fällt um 1,3 Prozent
  • Renditen auf Jahreshoch gestiegen
  • Hormus-Krise treibt Ölpreis
  • Fed-Sitzungsprotokolle im Fokus

Gold bekommt zum Wochenstart Druck von einer ungewohnten Seite. Nicht die geopolitische Angst treibt den Preis, sondern der Zinsmarkt bremst. Steigende Renditen und teureres Öl verändern die Rechnung für Investoren spürbar.

Am Montag fiel der Goldpreis zeitweise um bis zu 1,3 Prozent auf rund 4.480 Dollar je Unze. Bereits in der Vorwoche hatte das Edelmetall fast 4 Prozent verloren. Für ein Asset, das keine laufenden Erträge abwirft, ist das aktuelle Umfeld schwierig.

Renditen drücken auf Gold

Der wichtigste Belastungsfaktor liegt am Anleihemarkt. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen stieg auf 4,631 Prozent. Das ist der höchste Stand seit Februar 2025.

Auch am langen Ende zogen die Renditen an. Die dreißigjährige US-Rendite erreichte mit 5,159 Prozent ein Jahreshoch. Damit steigt die Attraktivität verzinster Anlagen gegenüber Gold.

Daniel Hynes von ANZ sieht deshalb ein schwächeres Chance-Risiko-Profil für das Edelmetall. Höhere Renditen können Investoren dazu bringen, Goldpositionen abzubauen. Kein Wunder, dass der Preis empfindlich reagiert.

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Hormus-Krise heizt Inflation an

Der Konflikt um die Straße von Hormus verschärft den Druck. Die USA und der Iran liegen weiter weit auseinander. Eine Einigung zur Öffnung der wichtigen Energieroute ist nicht in Sicht.

Öl verteuerte sich weiter, nachdem US-Präsident Donald Trump neue Drohungen gegen Iran aussprach. Für die Märkte zählt dabei vor allem ein Punkt: Höhere Energiepreise können die Inflation treiben. Das macht Zinssenkungen weniger wahrscheinlich.

Daten aus der Vorwoche verstärkten diese Sorge. Die US-Großhandelspreise stiegen im April so stark wie seit 2022 nicht mehr. Auch die Verbraucherpreise legten so kräftig zu wie seit 2023 nicht mehr.

Fed bleibt der Schlüssel

Am Zinsmarkt rechnen Händler kaum noch mit schneller Entlastung. Laut CME Group liegt die Wahrscheinlichkeit einer Zinssenkung im Juni auf 3,25 bis 3,50 Prozent nur bei 2,6 Prozent.

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Der Markt setzt damit klar auf Stillstand. Eine unveränderte Spanne von 3,50 bis 3,75 Prozent kommt auf 97,4 Prozent Wahrscheinlichkeit.

Für Gold begrenzt das den Spielraum nach oben. Solange die Fed die Kreditkosten hoch hält, fehlt dem zinslosen Edelmetall ein wichtiger Rückenwind. Wachstumssorgen durch einen längeren Konflikt könnten das Bild später wieder drehen.

Ein Fundament bleibt allerdings bestehen. Laut World Gold Council erreichte die weltweite Goldnachfrage im ersten Quartal 2026 einen Rekordwert. Einschließlich OTC-Investments stieg sie um 2 Prozent auf 1.230,9 Tonnen.

Auch China kauft weiter Gold. Der asiatische Handel stützt den Markt bei Rücksetzern. Das verhindert keine kurzfristigen Verluste, kann aber die Abwärtsbewegung abfedern.

In dieser Woche rücken die Protokolle der Fed-Sitzung vom April in den Blick. ANZ erwartet mittelfristig eine geldpolitische Lockerung und sieht Gold bis Mitte 2027 bei 6.000 Dollar je Unze. Kurzfristig dominiert aber der Zinsdruck. Auf Jahressicht liegt Gold dennoch rund 42 Prozent im Plus.

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Mit über fünfzehn Jahren Erfahrung als Wirtschaftsjournalist hat sich Felix Baarz als Experte für internationale Finanzmärkte etabliert. Seine Leidenschaft gilt den Mechanismen globaler Finanzmärkte und komplexen wirtschaftspolitischen Zusammenhängen, die er für seine Leserschaft verständlich aufbereitet.In Köln geboren und aufgewachsen, entdeckte er früh sein Interesse für Wirtschaftsthemen und internationale Entwicklungen. Nach seinem Studium startete er als Wirtschaftsredakteur bei einer renommierten deutschen Fachpublikation, bevor ihn sein Weg ins Ausland führte.Ein prägendes Kapitel seiner Karriere waren die sechs Jahre in New York, wo er direkten Einblick in die globale Finanzwelt erhielt. Die Berichterstattung von der Wall Street und über weltweite wirtschaftspolitische Entscheidungen schärfte seinen Blick für globale Zusammenhänge.Heute ist Felix Baarz als freier Journalist für führende Wirtschafts- und Finanzmedien im deutschsprachigen Raum tätig. Seine Arbeit zeichnet sich durch fundierte Recherchen und präzise Analysen aus. Er möchte nicht nur Fakten präsentieren, sondern auch deren Bedeutung erklären und seinen Lesern Orientierung bieten – sei es zu wirtschaftlichen Trends, politischen Entscheidungen oder langfristigen Veränderungen in der Finanzwelt.Zusätzlich moderiert er Diskussionen und nimmt an Expertenrunden teil, um sein Wissen einem breiteren Publikum zugänglich zu machen. Dabei liegt sein Fokus darauf, komplexe Themen informativ und inspirierend zu vermitteln. Felix Baarz versteht seine journalistische Aufgabe darin, in einer sich schnell wandelnden Welt einen klaren Blick auf wirtschaftliche Zusammenhänge zu ermöglichen und seine Leser bei fundierten Entscheidungen zu unterstützen – beruflich wie privat.