Anleiherenditen auf dem höchsten Stand seit fast zwei Jahrzehnten, Ölpreise über 110 Dollar und eine Fed, die kaum Spielraum für Zinssenkungen hat — Gold kämpft gerade an mehreren Fronten. Die Feinunze notiert am Mittwoch bei rund 4.500 US-Dollar, knapp 17 Prozent unter dem Jahreshoch von 5.450 Dollar.
Renditen als Hauptbelastung
Der US-Anleihemarkt setzt das Edelmetall unter Druck. Die Renditen 30-jähriger US-Staatsanleihen kletterten am Dienstag auf 5,20 Prozent — ein Niveau, das zuletzt 2007 erreicht wurde. Erstmals seit damals wickelte das Finanzministerium eine Auktion 30-jähriger Treasurys über der Fünf-Prozent-Marke ab. Höhere Anleiherenditen erhöhen die Opportunitätskosten für Gold, das keine laufenden Erträge abwirft.
Die 10-jährigen Treasurys stiegen parallel auf 4,69 Prozent — den höchsten Stand seit Anfang 2025.
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Hormuz-Krise befeuert Inflation
Die faktische Sperrung der Straße von Hormuz treibt den Ölpreis nach oben und verstärkt den Inflationsdruck. Das macht eine Zinswende der Fed unwahrscheinlicher. Die implizite Wahrscheinlichkeit einer weiteren Zinserhöhung um 25 Basispunkte ist auf rund 40 Prozent gestiegen. Trumps Andeutungen über mögliche Fortschritte bei einem Iran-Friedensabkommen blieben an den Märkten weitgehend wirkungslos — die Skepsis überwiegt.
Am Abend veröffentlicht die Fed das Protokoll ihrer Sitzung vom 29. April. Händler suchen darin nach Hinweisen, wie ernst die Notenbank die Inflationsrisiken nimmt. Vorläufige US-PMI-Daten liefern zeitgleich ein erstes Bild der Konjunkturlage.
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Strukturelle Nachfrage bleibt stark
Trotz des kurzfristigen Gegenwinds bleibt die fundamentale Seite robust. Zentralbanken kauften im ersten Quartal 2026 netto rund 244 Tonnen Gold — mehr als im Vorquartal und mehr als im Fünfjahresdurchschnitt. Die Gesamtnachfrage stieg laut World Gold Council um 74 Prozent auf 193 Milliarden US-Dollar. Barren und Münzen verzeichneten mit 474 Tonnen den zweitgrößten Quartalsanstieg aller Zeiten.
Kein Wunder, dass Analysten trotz der aktuellen Schwäche mittelfristig bullish bleiben. Die ANZ Bank senkte ihr Jahresendziel zwar auf 5.600 Dollar je Unze und verschob das frühere 6.000-Dollar-Ziel auf Mitte 2027. Als Begründung nennt die Bank erhöhte Renditen, Inflationserwartungen und einen starken Dollar — Faktoren, die Gold kurzfristig belasten, bevor die strukturelle Nachfrage wieder das Ruder übernimmt.
Auf Sieben-Tage-Sicht hat Gold bereits rund vier Prozent verloren. Wie das Fed-Protokoll heute Abend die Zinserwartungen verschiebt, dürfte die nächste Richtung vorgeben.
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