Neun Nächte in Folge greift das US-Militär Ziele im Iran an. Der Ölpreis schnellt über 90 Dollar. Trotzdem klettert Gold nicht durch die Decke – im Gegenteil, das Edelmetall kämpft nur mühsam um die Marke von 4.000 Dollar.
Stabilisierung nach turbulenter Woche
Zum Wochenauftakt notiert Gold bei 4.021,30 US-Dollar je Feinunze. Das entspricht einem Plus von 1,03 Prozent zum Vortag. Auf Wochensicht bleibt der Zugewinn mit 0,32 Prozent hauchdünn.
Der Blick auf die längere Frist zeigt das eigentliche Problem. Seit dem Rekordhoch vom 29. Januar 2026 bei 5.626,80 Dollar hat Gold rund 28,53 Prozent verloren.
Seit Jahresbeginn steht ein Minus von 7,19 Prozent zu Buche. Auch der gleitende 50-Tage-Durchschnitt bei 4.304,16 Dollar liegt klar über dem aktuellen Kurs, der damit 6,57 Prozent darunter notiert.
Der RSI von 40,6 zeigt keine Überverkauft-Situation. Er signalisiert stattdessen eine fortgesetzte Schwächephase.
Ölpreis schießt hoch, Fed bleibt stur
Die Lage in der Golfregion treibt die Märkte. Brent-Öl sprang am Montagmorgen zeitweise über 91 Dollar – ein deutlicher Sprung gegenüber dem Freitagsniveau von rund 88 Dollar.
Für Gold ergibt sich daraus ein Dilemma. Klassischerweise profitiert das Edelmetall von geopolitischen Krisen. Steigende Energiepreise schüren aber neue Inflationsängste und drücken auf die Zinserwartungen.
Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen zog bereits auf etwa 4,58 Prozent an. Für Goldbesitzer steigen damit die Opportunitätskosten, denn das Edelmetall wirft selbst keine Zinsen ab.
Verschärft wird die Lage durch die Rhetorik der Notenbank. Beth Hammack, Präsidentin der Fed von Cleveland, warnte bereits am Freitag vor anhaltendem Preisdruck. Sie bezeichnete die breit gefächerte Inflation als eine der größten Herausforderungen für die Wirtschaft.
Zur Zinssitzung am 28. und 29. Juli forderte Hammack keine explizite Erhöhung. Ihre hawkishe Tonlage signalisiert aber: Die Fed hält an ihrem restriktiven Kurs fest, sollte sich die Teuerung nicht abkühlen. Das CME FedWatch Tool zeigt bereits steigende Wahrscheinlichkeiten für eine Zinsanhebung im weiteren Jahresverlauf.
Angst am Markt, Stütze aus Asien
Der „Fear & Greed Index“ für Rohstoffe liegt aktuell bei 25 Punkten. Das signalisiert „Extreme Angst“ unter den Marktteilnehmern.
Spekulative Anleger bauen ihre Positionen an den Terminmärkten ab. Physische Käufe aus Asien und Zukäufe einzelner Zentralbanken wirken dem entgegen. Diese strukturelle Nachfrage verhinderte bislang einen Rutsch unter die Marke von 3.960 Dollar.
Zum Vergleich: Das 52-Wochen-Tief liegt bei 3.901,30 Dollar, markiert am 28. Oktober 2025. Aktuell notiert Gold nur gut 3 Prozent darüber – deutlich näher am Jahrestief als am Jahreshoch.
Für den weiteren Wochenverlauf richten sich die Blicke auf die anstehenden Einkaufsmanagerindizes. Bleibt die Wirtschaft trotz der Kriegsrisiken robust, dürfte die Fed an ihrem straffen Kurs festhalten. Ein Ausbruch über 4.100 Dollar wäre nötig, um das kurzfristige Abwärtsszenario zu kippen.
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