Gold steht bei 4.309,90 US-Dollar je Feinunze. Das ist der höchste Stand seit dem 17. Juni. Zwei Ereignisse treiben den Preis: Entspannung im Nahen Osten und schwache US-Konjunkturdaten.

Hormuz-Deal drückt Ölpreise

Iran und Oman haben sich auf einen Schifffahrtskorridor durch die Straße von Hormuz geeinigt. Das weckt Hoffnung auf mehr Energiefluss aus der Region. Die Ölpreise sind diese Woche um rund 10 Prozent gefallen.

Schon am Mittwoch hatte sich die Entwicklung angedeutet. Präsident Trump sprach von „sehr guten Gesprächen“ zwischen den USA und Iran. Sinkende Ölpreise nehmen Druck von den Inflationssorgen der Anleger. Das macht Gold als Absicherung attraktiver.

Schwacher Arbeitsmarkt verstärkt die Rally

Die ADP-Daten zeigen: Die US-Wirtschaft schuf im Juli nur 44.000 neue Stellen im privaten Sektor. Das ist der schwächste Wert seit Januar. Erwartet hatten Ökonomen 70.000.

Schwache Arbeitsmarktdaten gelten als Signal für eine lockerere Fed-Politik. Zinsloser Goldbesitz wird dadurch attraktiver. Die Märkte haben ihre Erwartungen entsprechend angepasst: Sie preisen nun nur noch eine Zinserhöhung bis Jahresende ein, vor einer Woche waren es noch zwei.

Auch für die September-Sitzung hat sich die Stimmung gedreht. Trader sehen inzwischen nur noch eine 57-prozentige Wahrscheinlichkeit für eine Zinserhöhung. Am Tag zuvor lag dieser Wert noch bei 67 Prozent.

Fed-Vertreter warnen vor verfrühter Entwarnung

Nicht alle Notenbanker teilen den Optimismus der Märkte. Fed-Gouverneurin Lisa Cook erklärte am Mittwoch, sie bleibe bereit, die Zinsen anzuheben, falls die Inflation nicht sinkt. Die Notenbank könne sich den Luxus des Abwartens womöglich nicht leisten, warnte sie.

Auch Jeff Schmid, Präsident der Kansas City Fed, sieht das Ziel von 2 Prozent Inflation noch nicht erreicht. Er hält zusätzliche geldpolitische Straffung für möglich. Diese Aussagen stehen im Widerspruch zur aktuellen Marktbewertung, die auf eine deutlich lockerere Geldpolitik setzt.

Mit einem Plus von 3,53 Prozent binnen einer Woche zeigt sich, wie schnell die Stimmung gedreht hat. Der Goldpreis notiert damit rund 3 Prozent über seinem 50-Tage-Durchschnitt — ein Zeichen für den frischen Aufwärtsschwung der vergangenen Tage.

Ob sich die Entspannung am Golf als dauerhaft erweist, bleibt offen. Fällt die Hormuz-Einigung wieder in sich zusammen oder bestätigen weitere US-Daten die Konjunkturschwäche, dürfte das die nächste Richtung für Gold vorgeben.