Neue US-Luftangriffe auf den Iran treiben den Ölpreis und schüren umgehend Inflationsängste. Die Folge: Zinssorgen belasten das zinslose Edelmetall Gold. Am Dienstag schloss die Feinunze bei 4.153,70 US-Dollar. Damit weitet sich das Jahresminus auf über vier Prozent aus.

Geopolitik trifft auf Zinsangst

Die Lage im Nahen Osten spitzt sich zu. Washington strich eine Ausnahmeregelung für iranisches Öl. Zuvor meldeten Beobachter Angriffe auf Öltanker in der Straße von Hormus.

Ein Mitte Juni geschlossenes Friedensabkommen wackelt gewaltig. Der eskalierende Konflikt treibt die Energiekosten massiv nach oben. Das weckt an den Märkten neue Inflationsängste. Investoren fürchten weitere Zinsschritte der US-Notenbank.

Notenbanken kaufen massiv

Im Hintergrund stützen institutionelle Käufer den Markt. Die chinesische Zentralbank stockte ihre Reserven im Juni kräftig auf. Knapp 15 Tonnen Gold wanderten in die Tresore von Peking. Das ist der stärkste monatliche Zuwachs seit 2023.

Seit 20 Monaten kauft China nun ununterbrochen. Auch andere Notenbanken greifen kräftig zu. Daten des World Gold Council belegen diesen Trend.

Weltweit kauften Zentralbanken im Mai netto 41 Tonnen des Edelmetalls. Polen führte die Liste mit 18 Tonnen an. Singapur meldete den ersten Zukauf seit Herbst 2025. Diese Käufe bilden eine solide Untergrenze für den Kurs.

Blick auf die Geldpolitik

Schwache US-Arbeitsmarktdaten hatten die Sorge vor höheren Zinsen zuletzt gelindert. Der rasant steigende Ölpreis ändert diese Ausgangslage wieder. Die US-Notenbank könnte bald restriktiver agieren.

Am heutigen Mittwoch veröffentlicht die Fed das Protokoll ihrer Juni-Sitzung. Anleger suchen darin nach konkreten Hinweisen zur künftigen Zinspolitik. Steigen die Anleiherenditen weiter, wachsen die Opportunitätskosten für Gold. Fällt der Kurs, rückt das 52-Wochen-Tief bei 3.901 US-Dollar in den Fokus.