Gold bekommt zum Wochenschluss die Zinsseite zu spüren. Starke US-Konjunkturdaten drücken die Hoffnung auf eine schnelle Lockerung der Fed zurück, während Dollar und Anleiherenditen anziehen. Der Schlusskurs lag am Freitag bei 4.543,60 US-Dollar, ein Minus von 2,88 Prozent; die runde Marke von 4.600 US-Dollar ist damit verloren.
Für ein unverzinstes Asset ist diese Mischung unbequem. Wenn sichere Staatsanleihen mehr Rendite bieten und der Dollar fester wird, sinkt der relative Reiz von Gold. Genau dieser Mechanismus prägte den Handel.
Fed-Hoffnung bekommt einen Dämpfer
Die US-Inflationsdaten für April lieferten den ersten Belastungsfaktor. Die Verbraucherpreise stiegen im Jahresvergleich um 3,8 Prozent, die Kernrate hielt sich bei 2,8 Prozent. Das ist nicht das Signal, das Märkte sehen wollen, wenn sie auf baldige Zinssenkungen setzen.
Die Botschaft dahinter ist klar: Der Inflationsdruck lässt nicht schnell genug nach. Damit sinkt der Spielraum der US-Notenbank, rasch auf einen lockereren Kurs umzuschwenken. Kein Wunder, dass Gold empfindlich reagiert.
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Auch die Industrieseite spielte gegen das Edelmetall. Der Empire State Manufacturing Index für Mai sprang auf 19,5 Punkte, erwartet worden waren rund 7,3 Punkte. Eine robuste Konjunktur nimmt der Fed zusätzlichen Druck, die Zinsen bald zu senken.
Ölpreise bleiben ein Störfaktor
Am Rohstoffmarkt kommt die geopolitische Komponente hinzu. Die Beziehungen zwischen den USA und dem Iran gelten weiter als angespannt, eine Waffenruhe steht unter Druck. Das hält die Energiepreise volatil.
Für Gold ist das kein eindeutiger Impuls. Steigende Ölpreise können die Nachfrage nach Inflationsschutz stützen. Sie können aber auch die Sorge nähren, dass Zentralbanken länger restriktiv bleiben müssen. Am Freitag überwog klar der zweite Effekt.
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Technik zeigt Schwäche
Der Rücksetzer hat Spuren im Chart hinterlassen. Auf Wochensicht verliert Gold 3,75 Prozent, über einen Monat sind es 5,61 Prozent. Seit Jahresbeginn bleibt dennoch ein Plus von 4,65 Prozent.
Kurzfristig wirkt das Bild angeschlagen. Gold notiert 3,90 Prozent unter dem 50-Tage-Durchschnitt; die nächste wichtige Unterstützung liegt im Bereich von 4.500 US-Dollar. Fällt diese Zone, könnten weitere technische Verkäufe folgen.
Der Gegenpol bleibt die strukturelle Nachfrage durch Zentralbanken, die ihre Reserven breiter aufstellen. Für eine schnelle Erholung braucht Gold nun vor allem nachlassenden Druck vom Dollar und weniger harte Zinssignale aus den USA. Erst eine Rückkehr über 4.600 US-Dollar würde das kurzfristige Bild wieder spürbar entspannen.
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