Gold: Dollar-Schwäche treibt Kurs auf 4.577 Dollar

Schwacher Dollar und sinkende Ölnotierungen treiben den Goldpreis zum Wochenstart auf 4.577 Dollar je Feinunze.

Gold Aktie
Kurz & knapp:
  • Goldpreis steigt um 1,5 Prozent
  • US-Dollar gibt im Handel nach
  • Ölpreise fallen deutlich
  • Hoffnung auf Hormus-Wiederöffnung

Gold startet mit einem Satz nach oben in die neue Handelswoche. Das Edelmetall legte am Montagmorgen im asiatischen Handel kräftig zu – angetrieben von zwei Faktoren, die sich gegenseitig verstärken. Ein schwächerer US-Dollar und deutlich fallende Ölpreise verändern die Rechnung für Anleger.

Spot-Gold stieg um 1,5 Prozent auf 4.577,12 Dollar je Feinunze, Gold-Futures legten um 1,2 Prozent auf 4.612,24 Dollar zu. Der Schlusskurs vom Freitag lag bei 4.521,00 Dollar. Damit notiert Gold gut 17 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 5.450 Dollar aus Ende Januar – aber auch fast 15 Prozent über dem Tief vom November.

Dollar gibt nach, Gold profitiert

Der wichtigste Treiber kommt vom Devisenmarkt. Der US-Dollar gab im asiatischen Handel nach, weil Hoffnungen auf eine Wiederöffnung der Straße von Hormus die Risikobereitschaft erhöhten. Gegenüber dem Yen fiel der Greenback um 0,2 Prozent auf 158,87 Yen, der Euro kletterte um 0,3 Prozent auf 1,1642 Dollar.

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Für Gold ist das relevant: Der Rohstoff wird international in Dollar gehandelt. Ein schwächerer Dollar erleichtert den Zugang für Käufer außerhalb des Dollarraums – und stützt die Nachfrage kurzfristig. Andere Edelmetalle zogen parallel an: Silber legte um 3,8 Prozent zu, Platin um 2 Prozent.

Ölpreise rauschen nach unten

Der zweite Faktor kommt vom Energiemarkt. Brent-Rohöl fiel um 5,1 Prozent auf 98,29 Dollar je Barrel, US-Öl WTI notierte 5 Prozent niedriger bei 91,76 Dollar. Auslöser: Fortschritte bei den US-iranischen Gesprächen zur Beendigung des Kriegs und zur Wiederöffnung der Straße von Hormus.

Für den Goldmarkt sind sinkende Energiepreise ein wichtiges Signal. In den vergangenen Monaten hatte energiegetriebene Inflation die Märkte belastet – mit der Sorge vor weiteren Zinserhöhungen durch die Federal Reserve. Fallende Ölpreise dämpfen diese Inflationserwartungen und nehmen Druck von Gold.

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Hormus bleibt der Knackpunkt

Die geopolitische Lage bleibt der zentrale Makrofaktor. US-Präsident Trump sprach am Wochenende von einem weitgehend ausgehandelten Memorandum of Understanding. Gleichzeitig betonte er, die Blockade iranischer Schiffe bleibe in Kraft, bis eine Vereinbarung erreicht, zertifiziert und unterzeichnet sei.

Die Straße von Hormus wickelt etwa ein Viertel des weltweiten maritimen Ölhandels ab – und ein Fünftel des Handels mit verflüssigtem Erdgas. Die Wiederöffnung wäre ein Gamechanger für die globalen Energiepreise. Der RSI von Gold liegt bei 49,8 Punkten – neutral, aber mit Spielraum nach oben. Die annualisierte 30-Tage-Volatilität beträgt 20 Prozent.

Die Entwicklung bei Gold hängt derzeit nicht klassisch an Sicherheitsnachfrage, sondern an der Neubewertung von Dollar, Ölpreis und Zinsausblick. Sinkende Energiepreise können Inflationssorgen dämpfen, ein schwächerer Dollar stützt. Bleibt die Frage, wie schnell konkrete Fortschritte am Golf folgen. Ob am Ende eine Einigung steht oder nicht – der Goldmarkt bleibt in den kommenden Tagen eng mit den Nachrichten aus dem Nahen Osten verbunden.

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