Das Edelmetall bewegt sich um die kritische 3.400-Dollar-Marke und wartet auf die heute anstehenden PCE-Inflationsdaten. Diese könnten zum Wendepunkt für die weitere Kursentwicklung werden.

Psychologische Barriere hält Stand

Spot-Gold notiert aktuell bei 3.414 US-Dollar je Unze – ein leichter Rückgang von 0,1 Prozent. Die Dezember-Futures liegen bei 3.471 US-Dollar. Trotz der Seitwärtsbewegung verzeichnet Gold für August bereits einen soliden Gewinn von 3,6 Prozent.

Die 3.400-Dollar-Marke erweist sich als magnetisch. Han Tan von Nemo.Money erklärt: „Die Märkte scheinen zögerlich, Gold weit von dieser psychologischen Marke vor den PCE-Daten abweichen zu lassen.“ Der leichte Dollar-Anstieg verstärkt zusätzlich die Gravitationskräfte bei dieser runden Zahl.

PCE-Daten als Zünglein an der Waage

Heute steht der Personal Consumption Expenditures Price Index im Fokus – das bevorzugte Inflationsmaß der Fed. Ökonomen erwarten für Juli einen unveränderten Anstieg von 2,6 Prozent.

Kritische Schwelle:
• Inflationsdaten entsprechen Erwartungen → Gold hält sich über 3.400 Dollar
• Höhere Inflation als erwartet → Rückfall unter diese Schlüsselmarke droht
• Niedrigere Werte → Zusätzlicher Auftrieb durch Zinssenkungshoffnungen

Fed-Politik als Kurstreiber

Die Unsicherheit über die US-Geldpolitik befeuert derzeit die Goldnachfrage. Fed-Gouverneur Christopher Waller verstärkte seinen Aufruf für eine Zinssenkung und signalisierte Unterstützung für eine Senkung im September.

Die Märkte preisen bereits eine 85-prozentige Wahrscheinlichkeit für eine 25-Basispunkt-Zinssenkung bei der September-Sitzung ein. Politischer Druck auf die Federal Reserve stützt zusätzlich die Preise.

Technisches Umfeld begünstigt Gold

Das Edelmetall erreichte am Donnerstag mit 3.423,16 US-Dollar den höchsten Stand seit dem 23. Juli. Für August zeichnet sich die beste Performance seit April ab.

Der US-Dollar schwächelt deutlich und steuert auf einen monatlichen Rückgang von 2,2 Prozent zu. Gleichzeitig nähern sich die 10-Jahres-Renditen einem Zweiwochentief – beides unterstützt Gold.

Physische Nachfrage bleibt robust

Aus Indien kommen positive Signale: Die Nachfrage nach physischem Gold nahm trotz der Preiserholung zu, da sich Juweliere vor der Festsaison eindeckten. Die fundamentale Nachfrage bleibt damit intakt.

Andere Edelmetalle unter Druck:
• Silber: -0,5% auf 38,89 Dollar
• Platin: -1,1% auf 1.344,74 Dollar
• Palladium: -0,8% auf 1.093,78 Dollar

Kann Gold den entscheidenden Ausbruch schaffen oder droht der Rückfall? Die PCE-Daten werden heute die Weichen stellen.