Gold steckt in einem ungewöhnlich klaren Spannungsfeld. Auf der einen Seite drücken steigende US-Renditen den Preis nach unten. Auf der anderen Seite zeigen neue Schätzungen von Goldman Sachs, dass Zentralbanken deutlich mehr Gold kaufen als bislang angenommen. Genau dieser Gegensatz prägt derzeit den Markt.
Zentralbanken kaufen mehr als gedacht
Goldman Sachs hat sein Modell zur Erfassung physischer Zentralbankkäufe angepasst. Die Bank geht nun davon aus, dass die tatsächlichen Volumina seit dem Spätsommer unterschätzt wurden. Statt 29 Tonnen pro Monat kalkulieren die Analysten nun mit 50 Tonnen im rollierenden Jahresdurchschnitt.
Für das laufende Jahr erwartet Goldman Sachs sogar einen weiteren Anstieg auf 60 Tonnen pro Monat. Die Käufe dienen vor allem der Diversifikation staatlicher Reserven. Am Kursziel von 5.400 USD je Unze bis zum Jahresende hält die Bank fest.
JPMorgan bleibt ebenfalls konstruktiv, setzt aber bei den Käufen etwas tiefer an. Für 2026 rechnet das Haus mit 640 Tonnen Zentralbanknachfrage und nennt ein Jahresendziel von 6.000 USD. Damit bleibt die institutionelle Nachfrageseite ein starkes Argument für Gold.
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Renditen setzen den Preis unter Druck
Kurzfristig dominiert jedoch der Zinsmarkt. Die Rendite langlaufender US-Staatsanleihen stieg auf 5,181 Prozent. So hoch lag sie seit 2007 nicht mehr. Papiere mit zehnjähriger Laufzeit kletterten über 4,6 Prozent.
Das ist für Gold ein Problem. Das Edelmetall wirft keine laufenden Erträge ab, während Staatsanleihen wieder deutlich höhere Renditen bieten. Je attraktiver sichere Zinsanlagen erscheinen, desto stärker steigen die Opportunitätskosten für Goldpositionen.
Am 19. Mai fielen Gold-Futures zeitweise auf 4.464,32 USD je Unze. Das war der niedrigste Stand seit dem 30. März. Der festere Dollar verstärkte den Druck zusätzlich.
Der US-Dollar-Index hielt sich nahe 99,33 Punkten und damit auf mehrwöchigem Hoch. Für Käufer außerhalb des Dollarraums verteuert das Gold zusätzlich. Kein Wunder, dass der Terminmarkt nervös reagiert.
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Auch die geopolitische Lage liefert Impulse. Widersprüchliche Signale aus den USA zum Verhältnis mit dem Iran sorgen für Volatilität. Steigende Ölpreise schüren zugleich neue Inflationssorgen.
Das wirkt direkt auf die Zinserwartungen. Laut FedWatch-Tool liegt die Wahrscheinlichkeit für eine weitere Zinserhöhung bis zum Jahresende bei mehr als 58 Prozent. Fed-Vertreterin Paulson bezeichnete das aktuelle Zinsniveau zuletzt als angemessen, was Hoffnungen auf baldige Lockerungen dämpft.
Technische Marken werden wichtiger
UBS bleibt trotz der jüngsten Schwäche optimistisch und nennt 5.600 USD als Jahresendziel. Als Treiber sieht die Bank künftig sinkende Realzinsen. Am Mittwoch stabilisierte sich der Spotpreis leicht bei etwa 4.499,69 USD.
Technisch rückt nun die Unterstützungszone zwischen 4.466 USD und 4.423 USD in den Blick. Dort entscheidet sich, ob der jüngste Rücksetzer nur eine Korrektur bleibt oder sich der Druck ausweitet.
Auf der Oberseite liegen die nächsten Widerstände bei 4.657 USD und 4.891 USD. Fällt Gold dagegen unter die Unterstützungszone, rückt der langfristige gleitende Durchschnitt um 4.330 USD in den Blick.
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