Gold: Indien hebt Importzoll auf 15 Prozent

Hartnäckige US-Inflation und steigende Zölle in Indien setzen den Goldpreis massiv unter Druck und verhindern eine schnelle Erholung.

Gold Aktie
Kurz & knapp:
  • Gold fällt auf Wochentief
  • Fed sieht keinen Zinssenkungsbedarf
  • Indien erhöht Goldimportzölle drastisch
  • Edelmetallsektor insgesamt im Minus

Eigentlich gilt Gold als klassischer Schutz gegen Geldentwertung. Aktuell bewirken steigende Preise in den USA jedoch das genaue Gegenteil. Die hartnäckige Inflation erstickt die Hoffnungen auf baldige Zinssenkungen und schickt das Edelmetall auf Talfahrt. Am Freitag rutschte der Spotpreis auf rund 4.613 US-Dollar pro Unze – den tiefsten Stand seit über einer Woche.

Damit weitet sich die jüngste Schwächeperiode aus. Auf Sicht von 30 Tagen verzeichnet Gold ein Minus von 2,6 Prozent. Der Kurs fiel im Zuge des Abverkaufs unter die wichtige 50-Tage-Linie bei 4.740 US-Dollar.

US-Notenbank tritt auf die Bremse

Der Hauptgrund für den Preisdruck liegt in den jüngsten US-Makrodaten. Der Erzeugerpreisindex kletterte im April aufs Jahr gesehen um sechs Prozent. Parallel dazu stieg die allgemeine Inflationsrate auf 3,8 Prozent. Energiepreise erwiesen sich dabei als massiver Preistreiber.

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Für die Federal Reserve sind das keine Signale zur Entspannung. John Williams, Präsident der Fed in New York, betonte am Donnerstag, die aktuelle Geldpolitik sei gut aufgestellt. Einen Bedarf für Zinssenkungen sehe er derzeit nicht. Das treibt den US-Dollar nach oben und macht unverzinsliche Anlagen wie Gold für Investoren unattraktiv.

Geopolitik und Zölle belasten zusätzlich

Währenddessen rückt das geopolitische Parkett in den Fokus. Beim Gipfeltreffen zwischen US-Präsident Donald Trump und Chinas Staatschef Xi Jinping in Peking stand der Iran-Konflikt weit oben auf der Agenda. Xi sagte Unterstützung bei der Sicherung der Straße von Hormus zu. Die anhaltende Sorge vor weiteren Schiffsangriffen trieb den Preis für Brent-Rohöl in dieser Woche dennoch auf über 107 US-Dollar pro Barrel.

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Ein teures Öl heizt die Inflation weiter an und festigt den harten Kurs der Fed. Auf der physischen Nachfrageseite bricht obendrein eine wichtige Stütze weg. Indien, einer der weltweit größten Goldkäufer, greift hart durch. Die Regierung hob die Importzölle drastisch von 6 auf 15 Prozent an. Hinzu kommt eine neue Obergrenze für zollfreie Einfuhren. Das Land will so seine Devisenreserven angesichts der hohen Ölpreise schonen.

Abwärtssog im Sektor

Der Druck beschränkt sich nicht auf Gold. Im Windschatten des Leitmetalls geben andere Edelmetalle am Freitag ebenfalls deutlich nach:

  • Silber: Rückgang auf 81,42 US-Dollar (minus 2,4 Prozent)
  • Platin: Fällt auf 2.032,90 US-Dollar (minus 2,8 Prozent)
  • Palladium: Notiert schwächer bei 1.434 US-Dollar (minus 1,8 Prozent)

Der Markt sucht nun nach einem Boden. Charttechnisch rückt die nächste Unterstützungszone bei 4.600 US-Dollar in den Fokus. Solange die US-Notenbank keinen klaren Zeitplan für Zinssenkungen liefert und die physische Nachfrage aus Asien durch hohe Zölle gedrosselt bleibt, fehlt dem Goldpreis der fundamentale Antrieb für eine schnelle Erholung.

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