Rund 14 Prozent unter dem Jahreshoch, eine gespaltene Fed und Friedensverhandlungen ohne Durchbruch — Gold steckt in einem schwierigen Umfeld fest. Der Preis schloss die vergangene Woche bei 4.510,50 Dollar, ein Minus von knapp einem Prozent auf Wochensicht.
Fed-Spaltung als größter Kurstreiber
Den schärfsten Impuls der Woche lieferte Fed-Gouverneur Christopher Waller. Er signalisierte, die nächste Zinsanpassung könne ebenso gut eine Erhöhung wie eine Senkung sein — der Iran-Krieg treibe die Energiepreise und damit die Inflation weiter nach oben. Gold verlor daraufhin bis zu 1,1 Prozent, während Anleiherenditen und Dollar anzogen.
Das Protokoll der jüngsten Fed-Sitzung bestätigte das Bild einer tief zerstrittenen Notenbank. Vier Gegenstimmen — so viele wie zuletzt 1992. Eine Mehrheit der Mitglieder hält Zinserhöhungen für möglich, falls der Konflikt die Inflation weiter anheizt. Die Zielspanne blieb zwar unverändert bei 3,5 bis 3,75 Prozent, aber die Märkte haben die Erwartungslage drastisch umgebaut: von rund acht Basispunkten an Zinssenkungen bis Jahresende zu praktisch null — mit einer Wahrscheinlichkeit von rund 39 Prozent für eine Erhöhung bis Dezember.
Das Konsumklima verschlechtert sich parallel. Der Michigan-Sentiment-Index fiel im Mai auf 44,8 Punkte, nach 49,8 im April — ein Rekordtief, das die langfristigen Inflationserwartungen infolge des Nahost-Konflikts widerspiegelt.
Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Gold?
Iran-Verhandlungen ohne Lösung
Der geopolitische Hintergrund bleibt das dominierende Makro-Thema — und ein Hindernis für eine Gold-Erholung. Teheran räumte zwar ein, der jüngste US-Vorschlag habe die Positionen teilweise angenähert. Berichte, wonach der Oberste Führer angeordnet habe, den angereicherten Uranvorrat im Land zu belassen, erschwerten die Gespräche jedoch erheblich.
Iran soll zudem mit Oman über ein Mautsystem für die Straße von Hormus verhandeln — ein Vorschlag, den Präsident Trump ablehnte. Solange ein energiegetriebener Inflationsschock die Zentralbanken zur Straffung zwingen könnte, bleibt Gold strukturell unter Druck.
Hongkong und die institutionelle Nachfrage
Auf der Angebotsseite des globalen Goldmarkts zeichnet sich eine strukturelle Verschiebung ab. Hongkong plant ein neues Gold-Clearing-System für Over-the-Counter-Spotgeschäfte, das bilateral abgewickelte Transaktionen zentralisiert. Der Betriebstest soll 2026 beginnen, der vollständige Start im Juli 2026 folgen. Die Tresaurierungskapazitäten sollen binnen drei Jahren von rund 200 auf über 2.000 Tonnen ausgebaut werden — ein klarer Anspruch auf ein alternatives Handelszentrum außerhalb westlicher Rechtsrahmen.
Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Gold?
Institutionelle Nachfrage bleibt indes uneinheitlich. Der SPDR Gold Shares ETF verzeichnete per 20. Mai einen Bestand von rund 1.037 Tonnen — ein leichter Rückgang gegenüber der Vorwoche.
PCE-Daten als nächster Prüfstein
Am Donnerstag, 28. Mai, veröffentlicht das Bureau of Economic Analysis die zweite BIP-Schätzung für das erste Quartal sowie die PCE-Inflationsdaten für April — der für die Fed entscheidende Preisindex. Am Montag fehlt US-Liquidität wegen des Memorial-Day-Feiertags.
Charttechnisch bleibt die Lage angespannt. Gold notiert rund 3,4 Prozent unter dem 50-Tage-Durchschnitt. Ein nachhaltiger Bruch unter die 4.500-Dollar-Marke würde den 200-Tage-Durchschnitt als nächste Orientierungsmarke ins Spiel bringen. Die PCE-Daten dürften zeigen, ob die Inflationssorgen der Fed berechtigt sind — und damit den nächsten Impuls für Gold setzen.
Gold: Kaufen oder verkaufen?! Neue Gold-Analyse vom 24. Mai liefert die Antwort:
Die neusten Gold-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Gold-Investoren. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 24. Mai erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Gold: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...


