Der Goldpreis testet zum vierten Mal in Folge die psychologisch wichtige Marke von 4.000 US-Dollar je Feinunze. Zwischen sicherer-Hafen-Nachfrage wegen des eskalierenden Konflikts zwischen den USA und dem Iran auf der einen und steigenden Wetten auf weitere Zinserhöhungen der US-Notenbank Fed auf der anderen Seite pendelt der Preis seit Wochen in einer engen Spanne. Am Montag lag der Kurs bei 4.021,30 US-Dollar.
Militärische Eskalation treibt Öl, bremst aber Gold
Die US-Streitkräfte bombardierten den Iran laut dpa-AFX bereits die neunte Nacht in Folge, der Iran antwortete mit Vergeltungsschlägen gegen Länder mit US-Stützpunkten. In der Straße von Hormus geriet ein Tanker in Brand, der Öltransport durch die Meerenge sackte deutlich ab. Zusätzlich drohten die Huthi-Rebellen laut Handelsblatt mit einer Blockade des Roten Meeres gegen Saudi-Arabien. Die Ölpreise reagierten kräftig: Brent-Rohöl kletterte über 90 US-Dollar je Barrel. Außenminister Rubio erklärte laut dpa-AFX, die USA blieben grundsätzlich offen für Gespräche mit Teheran, sofern eine einhaltbare Vereinbarung zustande komme. Der iranische Außenamtssprecher Baghai bestätigte laut dpa-AFX den Eingang von Vermittlervorschlägen, betonte zugleich die entschlossene Verteidigungsbereitschaft seines Landes.
Normalerweise würde ein derart kräftiger Ölpreisschub die Inflationssorgen anheizen und Gold als Absicherung stützen. Diesmal wirkt der Effekt jedoch gegenläufig: Die steigenden Energiepreise nähren die Erwartung, dass die Fed ihren restriktiven Kurs fortsetzt. Die Wahrscheinlichkeit einer weiteren Zinserhöhung bis Dezember kletterte Marktbeobachtungen zufolge zuletzt auf 82 Prozent, nachdem sie zuvor bei 73 Prozent gelegen hatte. Höhere Zinsen verteuern das Halten von zinslosem Gold und drücken so trotz geopolitischer Risiken auf den Preis.
Analysten sehen kritische Marke bei 3.886 Dollar
Charttechnisch gilt eine Unterstützung bei 3.886 US-Dollar als entscheidend. Bricht der Kurs darunter, rechnen Analysten mit einem Rückgang bis in den Bereich von 3.500 US-Dollar. Nach oben markieren Marktbeobachter Widerstände zwischen 4.030 und 4.100 US-Dollar. Der OANDA-Analyst Kelvin Wong verweist auf das Spannungsfeld zwischen Fluchtgeld-Nachfrage und Zinsdruck als bestimmenden Faktor der kommenden Handelstage.
Langfristig bleiben viele Marktteilnehmer optimistisch. Jan Lechem von Royal Asset Management prognostizierte auf einem Handelsforum in Berlin einen strukturell steigenden Goldpreis, gestützt auf anhaltende geopolitische Spannungen, eine weiterhin expansive Geldpolitik und anhaltende institutionelle Nachfrage. Gold werde sich als strategischer Kernbestandteil in Portfolios etablieren, so seine Einschätzung. Auch Zentralbankkäufe gelten weiterhin als tragender Pfeiler der mittelfristigen Preisunterstützung.
Charttechnisches Bild bleibt angeschlagen
Die aktuellen Kennzahlen zeichnen ein durchwachsenes Bild. Über die vergangenen 30 Tage verlor Gold 3,63 Prozent an Wert, ein Zeichen dafür, dass die jüngste Konsolidierung tiefer reicht als der reine Seitwärtstrend der vergangenen Handelstage vermuten lässt. Der Abstand zum 50-Tage-Durchschnitt von 4.289,68 US-Dollar beträgt aktuell minus 6,26 Prozent – der kurzfristige Trend zeigt damit klar nach unten, auch wenn der Preis von der psychologischen 4.000-Dollar-Schwelle noch gestützt wird.
Für Anleger bleibt die Gemengelage komplex: Solange die Fed an ihrem restriktiven Kurs festhält und gleichzeitig der Nahost-Konflikt ungelöst bleibt, dürfte sich die Handelsspanne zwischen den genannten Unterstützungs- und Widerstandsmarken kaum auflösen. Die kommenden Wochen mit weiteren Fed-Signalen und der Entwicklung an der Straße von Hormus dürften richtungsweisend werden.
Gold: Kaufen oder verkaufen?! Neue Gold-Analyse vom 21. Juli liefert die Antwort:
Die neusten Gold-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Gold-Investoren. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 21. Juli erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Gold: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

