Gold: Warsh vereidigt — neue Fed-Unsicherheit

Gold fällt auf 4.517 Dollar, belastet von geopolitischen Spannungen, steigenden Renditen und neuer Fed-Spitze unter Kevin Warsh.

Gold Aktie
Kurz & knapp:
  • Goldpreis fällt auf 4.517 Dollar
  • Neuer Fed-Chef Kevin Warsh vereidigt
  • Iran-Krieg und Inflation belasten
  • Ölpreis als entscheidender Faktor

Kevin Warsh ist ab heute offiziell Chef der US-Notenbank. Donald Trump hat ihn am Freitag im Weißen Haus vereidigt — nach einer historisch knappen Senatsbestätigung von 54 zu 45 Stimmen. Für den Goldmarkt bedeutet der Wechsel vor allem eines: neue Unsicherheit.

Geopolitik, Inflation, Renditen

Der Goldpreis fiel am Donnerstag auf 4.517 Dollar je Feinunze — ein Minus von knapp 0,5 Prozent gegenüber dem Vortag. Im Monatsverlauf steht ein Verlust von rund 4,7 Prozent zu Buche. Auf Jahressicht liegt Gold dennoch fast 37 Prozent im Plus.

Drei Faktoren drücken den Preis aktuell nach unten. Erstens: Hoffnungen auf ein rasches Ende des Iran-Krieges bröckeln. Irans Oberster Führer hat verfügt, dass iranisches Uran auf iranischem Boden bleiben muss — ein Punkt, der israelischen Forderungen direkt widerspricht. Indirekte Verhandlungen laufen zwar weiter, doch Teheran erklärt offen, Washingtons Vorgehen zu misstrauen. Zweitens: Treasury-Renditen auf Mehrjahreshochs und ein fester Dollar kosten Gold Auftrieb. Drittens: Die Inflation zieht wieder an. Der US-Verbraucherpreisindex stieg im April um 3,8 Prozent, der Erzeugerpreisindex sogar um 6 Prozent.

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Die Konsequenz zeigt sich in den Zinsfutures. Laut CME Group rechnen 97,4 Prozent der Marktteilnehmer für Juni mit unveränderten Leitzinsen. Eine Senkung gilt als nahezu ausgeschlossen.

Was Warsh für Gold bedeutet

Der neue Fed-Chef hat zuletzt für niedrigere Zinsen argumentiert — mit Verweis auf KI-bedingte Produktivitätsgewinne. Das klingt zunächst goldfreu­ndlich. Allerdings könnte Warsh die Forward Guidance der Fed zurückfahren. Das würde die Zentralbank flexibler machen, aber die Marktvolatilität erhöhen. Zinserwartungen würden dann stärker von jeweils neuen Daten abhängen — weniger von einem vorab kommunizierten Pfad.

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Heute Nachmittag kommen die Mai-Inflationserwartungen der University of Michigan. Die Einjahres-Erwartungen sanken zuletzt leicht von 4,7 auf 4,5 Prozent. Das klingt nach Entspannung — liegt aber weit über den 3,4 Prozent vom Februar, dem Monat vor Beginn des Iran-Krieges.

Ölpreis als Schlüsselvariable

State Street Investment Management sieht den Ölpreis als entscheidenden Hebel. Brent notiert derzeit über 110 Dollar pro Barrel, die Straße von Hormus bleibt geschlossen. Normalisiert sich der Ölpreis auf 80 bis 85 Dollar, könnte das Gold über sinkende Realzinsen und einen schwächeren Dollar in Richtung 5.000 bis 5.500 Dollar treiben.

J.P. Morgan senkte am 18. Mai seinen Jahresdurchschnitts-Forecast auf 5.243 Dollar — von zuvor 5.708 Dollar. Die Bank begründete das mit schwächerer Investorennachfrage. Das Jahresend-Ziel von rund 6.000 Dollar hielt sie aufrecht, weil sie für die zweite Jahreshälfte eine Erholung der Nachfrage erwartet. Der Konsens der London Bullion Market Association liegt bei 4.742 Dollar für 2026 — basierend auf 28 Analysten. Viel hängt davon ab, ob Warsh und die geopolitische Lage die Ölpreise schneller sinken lassen als erwartet.

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