Brennende Ölanlagen und blockierte Schifffahrtsrouten im Nahen Osten treiben normalerweise Anleger in sichere Häfen. Aktuell reagiert der Goldmarkt allerdings paradox. Die Eskalation rund um die Straße von Hormus löst keine Flucht in das Edelmetall aus, sondern schickt die Notierungen auf Talfahrt. Auf Wochensicht verbucht Gold ein Minus von knapp drei Prozent.
Der Grund für diese ungewohnte Dynamik liegt auf dem Energiemarkt. Die anhaltenden Spannungen im Iran-Konflikt verteuern Öl und Gas massiv. Das schürt weltweit neue Inflationsängste. Marktbeobachter bewerten die geldpolitischen Folgen dieser Teuerung derzeit schwerer als das Bedürfnis nach politischer Absicherung.
Ein dauerhaft hohes Energiepreisniveau gefährdet die erhofften Zinssenkungen der Zentralbanken. Da Gold keine laufenden Erträge abwirft, leidet die Attraktivität des Rohstoffs unter der Aussicht auf anhaltend hohe Anleiherenditen. Hinzu kommt ein starker US-Dollar, der das Edelmetall für Käufer außerhalb des Dollarraums verteuert.
Fed-Sitzung und Charttechnik im Fokus
Für die kommende Woche richtet sich der Blick auf die Sitzung der US-Notenbank am 28. und 29. April. Die amerikanische Wirtschaft präsentiert sich weiterhin robust, besonders der Arbeitsmarkt zeigt keine echten Schwächezeichen. Aktuelle Prognosen der Atlanta Fed signalisieren ein stabiles Wachstum für das abgelaufene erste Quartal 2026. Das schränkt den Spielraum der Federal Reserve für geldpolitische Lockerungen weiter ein.
Am Freitag ging Gold bei 4.725,40 US-Dollar aus dem Handel. Damit rutschte der Kurs unter die wichtige 50-Tage-Linie, die aktuell bei rund 4.882 US-Dollar verläuft. Trotz des jüngsten Rücksetzers steht seit Jahresbeginn immer noch ein Plus von gut acht Prozent auf der Anzeigetafel.
Charttechnisch hat sich das kurzfristige Bild eingetrübt. Analysten achten nun auf die Unterstützungszone zwischen 4.642 und 4.602 US-Dollar. Fällt der Kurs darunter, drohen weitere Abgaben. Auf der Oberseite gilt die Marke von 4.773 US-Dollar als erster relevanter Widerstand für eine mögliche Gegenbewegung.
Neben dem Zinsentscheid am Mittwoch stehen in den kommenden Tagen neue Einkaufsmanagerindizes auf der Agenda. Diese Daten werden abbilden, wie stark der Energiepreisschock bereits in der breiten Wirtschaft angekommen ist. Solange die Blockade in der Straße von Hormus andauert, bleibt ein hohes Maß an Volatilität bei den Rohstoffpreisen das Basisszenario für die anstehenden Handelstage.
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