Green Bridge Metals wechselt die Rolle. Aus dem reinen Planer wird ein aktiver Betreiber am Flaggschiff-Projekt Serpentine in Minnesota. Die kanadische Umweltbehörde DNR hat die entscheidende Explorationsgenehmigung erteilt. Damit steht der rechtlichen Grundlage für die Feldarbeiten nichts mehr im Weg.

Der Bohrvertrag mit Foraco International ist bereits unterschrieben. Phase 1 umfasst mindestens 1.640 Meter und startet im August 2026. Ziel ist es, die massive Ressourcenbasis im Duluth Complex zu bestätigen — dort liegt aktuell eine geschätzte Ressource von 279,9 Millionen Tonnen in der Kategorie „inferred“, also mit niedrigerer geologischer Sicherheit.

Die entscheidende Kennzahl

Für Investoren zählt eine Frage: Können die kommenden Bohrergebnisse die riesige, aber unsichere Ressourcenbasis in höhere Vertrauenskategorien heben? Nur dann lässt sich eine Erholung Richtung 52-Wochen-Hoch bei 0,23 Euro rechtfertigen. Aktuell notiert die Aktie bei 0,10 Euro — 56,51 Prozent unter diesem Hoch vom 16. Februar.

Bullenszenario: Strategische Lage, geprüfte Substanz

Die Argumente für Green Bridge Metals stützen sich auf die schiere Größe der Minnesota-Assets. Der Duluth Complex zählt zu den bedeutendsten unerschlossenen Kupfer-Nickel-Vorkommen weltweit. Serpentine bringt bereits eine indizierte Ressource von 21,6 Millionen Tonnen mit, bei Gehalten von 0,46 Prozent Kupfer und 0,16 Prozent Nickel. Das ist eine solide Basis für die Kampagne 2026.

Hinzu kommt die Kassenlage: Rund 4 Millionen kanadische Dollar hatte das Unternehmen Anfang Juli in der Bilanz. Das Management geht davon aus, damit die Exploration bis Jahresende zu finanzieren. Der aktuelle Kurs von 0,10 Euro liegt 111,02 Prozent über dem 52-Wochen-Tief von 0,05 Euro vom 27. November — ein Hinweis darauf, dass sich ein Boden gebildet haben könnte.

Bestätigt Phase 1 hochgradige Mineralisierung in wirtschaftlich erreichbarer Tiefe, könnte die Aktie die Lücke zum Jahreshoch schließen. Die steigende Nachfrage nach heimischen US-Quellen für kritische Rohstoffe der Energiewende liefert dafür zusätzlichen Rückenwind.

Bärenszenario: Ausführungsrisiko und schwache Technik

Trotz eines Kursplus von 55,62 Prozent seit Jahresbeginn kämpft die Aktie kurzfristig mit technischer Schwäche. Aktuell liegt sie 12,65 Prozent unter ihrem 50-Tage-Durchschnitt von 0,11 Euro. Der Schwung vom Februar-Hoch ist erkennbar abgeflaut.

Die annualisierte Volatilität von 65,96 Prozent zeigt: Hier bleibt viel Spekulation im Spiel. Jeder technische Rückschlag bei den Bohrungen könnte scharfe Abverkäufe auslösen. Das Kernrisiko liegt im „inferred“-Status des Großteils der Ressource — solche Schätzungen tragen ein geringeres geologisches Vertrauen und zählen noch nicht als Reserven.

Bestätigen die ersten 1.640 Meter Bohrkern nicht die aus historischen Daten erwarteten Gehalte, dürfte der Markt die Bewertung neu justieren. Ein erneuter Test des 52-Wochen-Tiefs bei 0,05 Euro wäre dann möglich. Die aktuelle Liquidität reicht für Phase 1 — ein Übergang zu einer Scoping- oder Machbarkeitsstudie würde jedoch frisches Kapital erfordern. Das birgt langfristig ein Verwässerungsrisiko für bestehende Aktionäre.

Ausblick: Datengetriebene Schwankungen voraus

Solange die Aktie über ihrem 200-Tage-Durchschnitt von 0,11 Euro bleibt, gilt der langfristige Erholungstrend als intakt. Der aktuelle Abstand von 7,28 Prozent zu diesem Niveau spricht allerdings für eine Phase der Konsolidierung. Der RSI von 41,9 nähert sich überverkauftem Terrain, signalisiert aber noch keine klare Trendwende.

Der nächste große Katalysator ist der Bohrstart im August 2026. Die Analyseergebnisse der Kernproben werden für die zweite Jahreshälfte 2026 erwartet. Bestätigen sie die Kontinuität des Kupfer-Nickel-Sulfidsystems bei Serpentine, könnte sich die Erzählung von der Exploration zur Entwicklung verschieben.

Bleiben die technischen Daten dagegen uneindeutig, dürfte die Aktie in ihrer bisherigen Spanne pendeln — zwischen dem Tief bei 0,05 Euro und dem 100-Tage-Durchschnitt von 0,13 Euro. Der August-Start der Bohrungen markiert damit den ersten von zwei Prüfsteinen. Der zweite folgt mit den Assay-Ergebnissen im zweiten Halbjahr.