Sasol baut seine technologische Präsenz im Markt für nachhaltige Flugkraftstoffe (SAF) weiter aus. Für ein geplantes Industrieprojekt im US-Bundesstaat Washington steuert das Unternehmen seine etablierte Synthesetechnologie bei. Zeitgleich prüft der Konzern am südafrikanischen Standort Sasolburg in einer Vorstudie den potenziellen Einstieg in eine lokale Fertigung wasserstoffbasierter Kraftstoffe.

Im Hafen von Walla Walla plant das Unternehmen SkyNRG eine Produktionsanlage für erneuerbaren Flugkraftstoff sowie Diesel. Für die ingenieurtechnische Detailplanung (FEED) fiel die Wahl neben Technip Energies und Topsoe auch auf Sasol. Die Projektpartner peilen eine Jahreskapazität von 50 Millionen US-Gallonen Kraftstoff an. Der Baubeginn ist für 2028 vorgesehen, während die Inbetriebnahme für 2031 angestrebt wird.

Sasol bringt in das Vorhaben seine Niedertemperatur-Fischer-Tropsch-Technologie ein, während Topsoe für die komplementären Synthesegas- und Kraftstoffaufbereitungstechnologien zuständig ist. Beide Kooperationspartner hatten im Juni die geordnete Abwicklung ihres Joint Ventures Zaffra angekündigt, führen ihre Zusammenarbeit im Rahmen ihres Lizenzierungsmodells jedoch fort.

Die Behörden im Bundesstaat Washington erteilten im Zuge der Umweltprüfung bereits einen Feststellungsbescheid ohne erhebliche Umweltauswirkungen. Eine abschließende Investitionsentscheidung der Projektbeteiligten steht noch aus.

Grüne Machbarkeitsstudie am Heimatstandort

Parallel dazu evaluiert das Unternehmen am Standort Sasolburg neue Optionen zur Dekarbonisierung bestehender Kapazitäten. Der Partner Envision Energy übernimmt dabei eine detaillierte Designstudie.

Untersucht wird die Machbarkeit eines Verbundsystems, das erneuerbare Stromerzeugung, Batteriespeicher und Elektrolyseure kombiniert, um Vorprodukte wie E-Methanol und synthetische Flugkraftstoffe herzustellen. Die Analyse soll noch im laufenden Jahr abgeschlossen werden und als Entscheidungsgrundlage für spätere Investitionen dienen.

Aktienverkäufe im Management nach RSU-Zuteilung

Auf Führungsebene wurden am 28. September Transaktionen im Rahmen des langfristigen Vergütungsprogramms von 2022 verzeichnet. Nach Erfüllung von Leistungsbedingungen erhielten mehrere Vorstandsmitglieder Aktien aus dem Vesting von Bezugsrechten.

Zur Begleichung der damit verbundenen steuerlichen Verpflichtungen veräußerten die Manager anschließend Teile der Bestände über standardisierte Poolverkäufe. Betroffen waren unter anderem Vorstandschef Simon Baloyi, Finanzchef Walt Paul Bruns sowie Vorstandsmitglied Vuyo Dominic Kahla.

Kursentwicklung spiegelt Erholung wider

An den Kapitalmärkten knüpft der Wert an einen soliden Trend an. Am Freitag schloss das Papier bei 13,25 US-Dollar. Seit Jahresanfang beläuft sich das Kursplus auf 117 Prozent. Damit bewegt sich die Notierung aktuell 3,3 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch.