Ein historisches Abkommen im Nahen Osten schickt Schockwellen durch den Edelmetallmarkt. Die USA und der Iran haben sich geeinigt. Die Straße von Hormus ist wieder offen. Für den Silberpreis bedeutet das massiven Gegenwind.

Friedenspakt drückt die Preise

Der neue Friedenspakt sichert den freien Schiffsverkehr in der strategisch wichtigen Meerenge. Die Ölpreise reagieren sofort und fallen deutlich, was die weltweiten Inflationserwartungen spürbar dämpft. Silber verliert dadurch seinen Reiz als klassischer Inflationsschutz. Spekulatives Kapital fließt rasant aus den sicheren Häfen ab. Das Abkommen bannt die akute Gefahr von Lieferengpässen.

Harter Kurs der Fed

Parallel dazu erhöht die US-Notenbank den Druck auf das Edelmetall. Unter dem neuen Vorsitzenden Kevin Warsh bleibt die Fed auf einem restriktiven Kurs. Der Kampf gegen die Teuerung geht weiter. Die Notenbanker sehen den Leitzins bis Ende 2026 bei einem Median von 3,8 Prozent.

Die Folge: Der US-Dollar klettert auf ein Jahreshoch. Silber notiert weltweit in Dollar. Ein starker Greenback verteuert den Rohstoff für Käufer aus anderen Währungsräumen. Hohe Realrenditen treiben obendrein die Opportunitätskosten nach oben. Anleger verkaufen ihre Positionen am Terminmarkt und ziehen Geld aus Silber-ETCs ab.

Fundamentaldaten rücken in den Hintergrund

Eigentlich sieht die Angebotsseite für Silber eng aus. Die Minenproduktion hält mit der industriellen Transformation kaum Schritt. Zwar weicht die Solarindustrie wegen der hohen Kosten vermehrt auf Kupfer aus, aber KI-Infrastruktur und Elektromobilität stützen den Verbrauch massiv. Der Markt bleibt strukturell im Defizit.

Aktuell dominieren jedoch Zinsen und Dollarstärke das Geschehen. Die industriellen Fundamentaldaten spielen kaum eine Rolle. Marktteilnehmer blicken nun auf die nächsten US-Arbeitsmarktdaten. Fallen diese stark aus, dürfte die Fed ihren harten Kurs beibehalten. Das würde den Preisdruck auf Silber weiter verschärfen.