In Peking verhandeln die Staatschefs der beiden größten Volkswirtschaften. Für den Silbermarkt steht dabei viel auf dem Spiel. Das Edelmetall reagiert hochsensibel auf die US-chinesischen Handelsbeziehungen. Aktuell gibt der Preis leicht nach.

Rund 60 Prozent der Silbernachfrage stammen aus der Industrie. Solarzellen, Elektroautos und KI-Rechenzentren brauchen das Material. Diese Lieferketten hängen stark vom Handel zwischen Washington und Peking ab. Ein positives Gipfelergebnis treibt die Produktionspläne der Hersteller an.

Wie stark Investoren auf die Industrie wetten, zeigte sich am Montag. Silber sprang um über sechs Prozent nach oben. Gold legte im selben Zeitraum kaum zu. Das Gold-Silber-Verhältnis fiel bis Donnerstag auf einen Wert von knapp 54. Mitte April lag diese Kennzahl noch über 61.

Defizit trifft auf Zinsängste

Auf der Angebotsseite baut sich Druck auf. Experten erwarten für dieses Jahr das fünfte Defizit in Folge. Seit 2021 summiert sich der Fehlbetrag auf 820 Millionen Unzen. Die jährliche Minenproduktion stagniert derweil bei gut 813 Millionen Unzen.

Makroökonomischer Gegenwind bremst den Aufwärtstrend. Die US-Inflation steigt unerwartet stark an. Investoren haben Zinssenkungen für dieses Jahr komplett ausgepreist. Händler sehen nun sogar eine hohe Wahrscheinlichkeit für eine Zinserhöhung bis zum Frühjahr 2027. Silber wirft keine Zinsen ab. Die Folge: Ein Hochzinsumfeld belastet den Preis.

Geopolitik und Jahresbilanz

Parallel dazu überschattet der Iran-Konflikt die Gespräche in Peking. Die USA blockieren weiterhin die Straße von Hormuz. Das trifft China als größten Abnehmer von iranischem Öl hart. Trotz dieser Spannungen notiert Silber am Donnerstag bei rund 87 US-Dollar je Feinunze.

Die langfristige Bilanz bleibt stark. Seit Jahresbeginn steht ein Plus von gut 22 Prozent. Im Jahresvergleich kletterte der Preis um 172 Prozent nach oben. Konkrete Zusagen aus Peking über Zölle oder Technologie-Exporte könnten nun den nächsten Preisschub auslösen.