Silber hat einen der schlechtesten Monate des Jahres 2026 hinter sich. Der Preis fiel Anfang dieser Woche in Richtung 58 US-Dollar je Unze — der tiefste Stand seit Dezember 2025. Seit dem Allzeithoch im Januar hat das Edelmetall damit rund die Hälfte seines Wertes verloren.
Zinspolitik als Hauptbelastung
Der entscheidende Druckfaktor kommt von der US-Notenbank. Fed-Chef Kevin Warsh hat das Ziel bekräftigt, die Inflation unter Kontrolle zu bringen. Die Zentralbank hob ihre PCE-Inflationsprognosen für 2026 an — die tatsächliche PCE-Gesamtrate stieg im Mai auf 4,1 Prozent.
Die Märkte rechnen aktuell mit drei Zinserhöhungen in diesem Jahr. Eine erste Erhöhung im September halten Händler mit rund 62 Prozent Wahrscheinlichkeit für möglich. In einem solchen Hochzinsumfeld verliert Silber als renditelos es Edelmetall an Attraktivität.
Geopolitische Entspannung trifft Industriemetall
Hinzu kommt der Abbau der geopolitischen Risikoprämie. Die USA und der Iran haben die Feindseligkeiten im Golf gestoppt. Verhandlungen über die Straße von Hormuz sollen wieder aufgenommen werden. Seit Ausbruch des Iran-Kriegs hat Silber deutlich schlechter abgeschnitten als Gold — die Kriegsprämie, die den Preis stützte, schmilzt nun weg.
Silbers Doppelnatur erklärt die überproportionale Korrektur. Als Industrierohstoff reagiert es sensibler auf Wachstumserwartungen als Gold. Das Gold-Silber-Ratio liegt aktuell bei rund 69 — historisch gilt ein Wert über 80 als Signal für eine relative Unterbewertung von Silber.
Defizit trotz weniger Solarnachfrage
Strukturell bleibt das Bild widersprüchlich. Solarzellenhersteller reduzierten ihren Silberverbrauch 2026 um geschätzte 19 Prozent — von 186,6 Millionen Unzen auf rund 151 Millionen Unzen. Trotzdem steuert der Markt laut dem World Silver Survey 2026 auf sein sechstes aufeinanderfolgendes Angebotsdefizit zu. Es beträgt 46,3 Millionen Unzen — mehr als im Vorjahr.
Der Grund: Die Minenproduktion geht schneller zurück als die industrielle Nachfrage sinkt. Silber fällt überwiegend als Nebenprodukt bei der Kupfer-, Zink- oder Bleiförderung an. Eine kurzfristige Produktionsausweitung ist kaum möglich.
Langfristig rechnet J.P. Morgan Global Research mit einem Jahresdurchschnittspreis von 81 US-Dollar je Unze für 2026. Das wäre mehr als das Doppelte des Vorjahresdurchschnitts. Bis dahin müssen Investoren die US-Arbeitsmarktdaten abwarten, die heute veröffentlicht werden — und die den nächsten Hinweis auf den Fed-Kurs liefern.
Silber Preis: Kaufen oder verkaufen?! Neue Silber Preis-Analyse vom 30. Juni liefert die Antwort:
Die neusten Silber Preis-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Silber Preis-Investoren. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 30. Juni erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Silber Preis: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

