Huthi-Rebellen blockieren wichtige Tankerrouten. Angreifer treffen ein zentrales Öl-Terminal am Schwarzen Meer. Silber reagiert prompt und klettert auf rund 59,50 US-Dollar je Feinunze.
Das entspricht einem Plus von über einem Prozent gegenüber dem Vortag. Damit rückt die psychologische Marke von 60 US-Dollar wieder in Reichweite.
Blockaden im Roten Meer, Angriffe am Schwarzen Meer
Der Auslöser der Rallye liegt im Nahen Osten und am Schwarzen Meer. Huthi-Rebellen im Jemen haben laut Berichten ein umfassendes maritimes Embargo gegen Saudi-Arabien verhängt. Das destabilisiert die ohnehin angespannten Transportrouten im Roten Meer weiter.
Parallel dazu meldeten Beobachter Angriffe auf das Terminal des Caspian Pipeline Consortium an der russischen Schwarzmeerküste. Beide Vorfälle treffen zentrale Knotenpunkte für globale Energieexporte. Die Ölpreise zogen deshalb bereits deutlich an.
Silber funktioniert neben seiner industriellen Rolle traditionell als Absicherung gegen Krisen. Der Rohstoff profitiert deshalb direkt von der gestiegenen Risikoprämie. Hinzu kommen Aussagen von US-Präsident Donald Trump: Er erteilte Spekulationen über baldige Iran-Verhandlungen eine Absage und warnte vor weiteren militärischen Schritten.
Ein Defizit, das sich nicht schließen lässt
Neben der geopolitischen Lage stützen auch fundamentale Daten den Silberpreis. Das Silver Institute erwartet für 2026 bereits das sechste Defizitjahr in Folge. Die Lücke zwischen Angebot und Nachfrage soll rund 46,3 Millionen Feinunzen betragen.
Die industrielle Nachfrage bleibt auf Rekordniveau. Rechenzentren für Künstliche Intelligenz, die Photovoltaik-Produktion und die Elektromobilität treiben den Verbrauch. Das Angebot kann da kaum mithalten.
Der Grund: Rund 70 Prozent der weltweiten Silberförderung fallen nur als Nebenprodukt beim Abbau von Kupfer, Zink oder Blei an. Steigt der Silberpreis, wächst die Minenproduktion trotzdem nicht automatisch. Sie folgt stattdessen der Nachfrage nach diesen Basismetallen.
Schwacher Dollar gibt zusätzlichen Schub
Ein weiterer Faktor kommt aus den USA. Schwächer als erwartete Einkaufsmanagerindizes aus dem verarbeitenden Sektor drücken den Dollar leicht nach unten. Das nährt die Erwartung, dass die Fed vorerst auf weitere Zinserhöhungen verzichtet.
Ein schwächerer Dollar macht Silber für Käufer außerhalb der USA günstiger. Institutionelle Investoren bauen ihr Engagement in Edelmetall-ETFs derzeit aus. Auch Bergbauwerte wie Endeavour Silver und First Majestic Silver verzeichnen kräftige Kursgewinne.
Strukturelles Defizit trifft auf akute Versorgungsängste. Diese Kombination bildet aktuell das Fundament der Silber-Rallye. Ob die 60-Dollar-Marke fällt, hängt nun maßgeblich davon ab, wie sich die Lage im Roten Meer und am Schwarzen Meer in den kommenden Tagen entwickelt.
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