Silber hat eine brutale Woche hinter sich. Der Preis schloss am Freitag bei 59,69 US-Dollar — ein Wochenminus von knapp 7 Prozent. Seit Jahresbeginn hat das Edelmetall bereits rund 17 Prozent verloren.
Verkaufsdruck ab Dienstag
Nach einem Wochenstart bei 64,85 US-Dollar setzte ab Dienstag massiver Druck ein. Auf dem Weg nach unten fiel Silber zeitweise bis auf 57,42 US-Dollar — das Wochentief. Donnerstag und Freitag brachten eine leichte Erholung zurück über die 59-Dollar-Marke.
Das Gold-Silber-Verhältnis stieg auf 69. Gold selbst notierte zuletzt bei rund 4.500 US-Dollar je Unze — und damit deutlich stabiler als das kleinere Edelmetall.
Fed-Signale treiben den Dollar
Der Hauptauslöser war die US-Notenbank. Neel Kashkari von der Minneapolis Fed stellte für 2026 mindestens eine weitere Zinserhöhung in Aussicht. Beth Hammack von der Cleveland Fed signalisierte dasselbe — solange die Inflation über der 2-Prozent-Marke bleibt.
Märkte preisen aktuell eine Wahrscheinlichkeit von rund 60 Prozent für eine September-Erhöhung ein. Der Leitzins liegt derzeit zwischen 3,50 und 3,75 Prozent. Diese Gemengelage stützte den Dollar-Index fest über 100 Punkten — und verteuerte damit den in Dollar notierten Rohstoff für internationale Käufer.
Florida erkennt Silbermünzen an
Abseits der Makrodaten gibt es eine bemerkenswerte Entwicklung aus den USA. Florida hat den Gesetzentwurf HB 1311 verabschiedet. Er erkennt Gold- und Silbermünzen als gesetzliches Zahlungsmittel an und sieht eine Steuerbefreiung vor. Private Akteure müssen die Münzen nicht annehmen. Das Gesetz wartet noch auf die Unterschrift von Gouverneur Ron DeSantis.
Charttechnik: überverkauft, aber kein Boden in Sicht
Der RSI liegt bei 34,3 — damit nähert sich Silber der überverkauften Zone. Der 50-Tage-Durchschnitt bei 73,48 US-Dollar liegt rund 19 Prozent über dem aktuellen Kurs. Auf der Unterseite gilt 55,70 US-Dollar als nächste Unterstützung. Der 20-Tage-Durchschnitt bei 66,80 US-Dollar fungiert als Widerstand.
Die entscheidenden Impulse für die neue Woche kommen am 2. Juli: Die US-Arbeitsmarktdaten (Non-Farm Payrolls) werden zeigen, ob die Fed ihren restriktiven Kurs weiter festigen kann — oder ob der Arbeitsmarkt erste Risse zeigt.
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