Silber Preis: 85,16 Dollar trotz Minenrekorden

Silber fällt auf 85,16 Dollar, während Aya Gold und Avino Rekordumsätze melden. Die operative Stärke der Förderer steht im Kontrast zum schwachen Spotmarkt.

Silber Preis Aktie
Kurz & knapp:
  • Silberpreis fällt um 2,7 Prozent
  • Aya Gold: Umsatzplus von 244 Prozent
  • Avino meldet Rekordumsatz und Nettogewinn
  • M&A-Volumen im Minensektor bei 21,6 Milliarden

Silber zeigt gerade zwei Gesichter. Am Spotmarkt gab der Preis am Donnerstag auf 85,16 Dollar je Feinunze nach und verlor 2,70 Prozent. In den Quartalsberichten der Förderer sieht das Bild deutlich robuster aus.

Der Widerspruch ist wichtig. Schwächere Rohstoffpreise drücken auf die Stimmung, während mehrere Silberproduzenten operativ so stark dastehen wie selten zuvor. Das macht den Sektor nicht einfacher, aber klarer lesbar.

Förderer liefern starke Zahlen

Aya Gold & Silver meldete für das Auftaktquartal einen Umsatz von 117 Millionen Dollar. Das war ein Plus von 244 Prozent zum Vorjahr. Der Nettogewinn erreichte 49 Millionen Dollar.

Auch die Produktion zog kräftig an. Aya förderte rund 1,5 Millionen Unzen Silber und steigerte die Menge damit um 49 Prozent. Der operative Trend bleibt also intakt.

Der Haken lag beim Gewinn je Aktie. Bereinigt erzielte Aya 0,33 kanadische Dollar je Aktie, erwartet waren 0,43 kanadische Dollar. Genau solche Abweichungen erklären, warum starke Produktionsdaten nicht automatisch steigende Kurse bedeuten.

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Für das Gesamtjahr hält Aya an der Spanne von 6,2 bis 6,8 Millionen Unzen Silber fest. Das Explorationsprogramm bleibt ambitioniert. Der Konzern will seine Ressourcenbasis weiter ausbauen.

Avino Silver & Gold Mines lieferte ebenfalls Rekordwerte. Der Umsatz stieg auf 39,4 Millionen Dollar und lag damit 109 Prozent über Vorjahr. Der Nettogewinn erreichte 15,9 Millionen Dollar.

Die Silberproduktion lag bei 263.057 Unzen. Dazu kommt eine Liquiditätsposition von 139 Millionen Dollar. Das gibt Avino Spielraum, auch wenn der Spotmarkt kurzfristig Gegenwind liefert.

Konsolidierung stützt den Sektor

First Majestic Silver plant die Wiederaufnahme des Betriebs in der Jerritt-Canyon-Mine im kommenden Jahr. Die Aktie verlor am Donnerstag dennoch 5,5 Prozent und schloss bei 22,66 Dollar. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis liegt bei 38,4 und gilt im historischen Vergleich als moderat.

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Auch die Übernahmen im Bergbau bleiben ein Thema. Im ersten Quartal 2026 erreichte das M&A-Volumen im Minensektor 21,6 Milliarden Dollar. Treiber sind die Nachfrage nach kritischen Mineralien und der Druck großer Konzerne, ihre Portfolios zu bündeln.

Makrobild bleibt gemischt

Gold hielt sich fast unverändert bei 4.687,36 Dollar je Unze. Der Tagesverlust lag bei nur 0,02 Prozent. Damit blieb das Edelmetall stabiler als Silber.

Bei Industriemetallen sah es schwächer aus. Kupfer verlor 0,89 Prozent auf 13.950,81 Dollar. Platin und Palladium gaben jeweils um mehr als 3 Prozent nach.

Der Markt verarbeitet mehrere Signale zugleich. Geopolitische Spannungen und die Unsicherheit vor dem Trump-Xi-Gipfel stützen sichere Häfen. Schwächere Industriedaten und hohe Lagerbestände belasten dagegen Metalle mit Konjunkturbezug.

Hinzu kommt Inflationsdruck aus Japan. Die Großhandelspreise stiegen im April um 4,9 Prozent und damit so stark wie seit Mai 2023 nicht mehr. Für Silber bleibt damit ein enges Raster: operative Stärke bei den Minen, aber ein Spotpreis, der weiter an Makrodaten und Industrienachfrage hängt.

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Über Dieter Jaworski 4042 Artikel

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Mein Weg: Von Siemens-Aktien zur professionellen Analyse

Meine Faszination für Finanzen begann früh. Die ersten eigenen Aktien (Siemens-Belegschaftsaktien 1980) weckten mein Interesse. Während meines Elektrotechnikstudiums vertiefte ich mich im Selbststudium in die Analyse von Aktien und Unternehmensdaten. Die Dotcom-Blase um 2000 war eine prägende Erfahrung – der Verlust von 50% des Kapitals verdeutlichte mir schmerzhaft: „Gier frisst Hirn“. Diese Lektion führte zur Entwicklung disziplinierter Strategien im Bereich Value Investing und Momentum.

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