Fünf Wochen lang ging es für Silber steil bergab. Der Preis brach um mehr als 40 Prozent ein. Ein überraschender Friedensplan zwischen den USA und dem Iran wendet nun das Blatt. Das weiße Metall springt um fast vier Prozent auf rund 70,70 Dollar je Feinunze.

Entspannung am Golf drückt Ölpreis

US-Präsident Donald Trump bestätigte ein Rahmenabkommen zur Beendigung des Iran-Krieges. Die Seeblockade fällt. Die Straße von Hormus öffnet sich wieder für den globalen Schiffsverkehr. Der offizielle Vertrag soll am 19. Juni in der Schweiz unterzeichnet werden.

Die geopolitische Entspannung zeigt sofortige Wirkung an den Märkten. US-Aktienfutures legen deutlich zu. Parallel dazu rutschen die Ölpreise kräftig ab. Der schwächere US-Dollar stützt den Silberpreis zusätzlich.

Zinsangst weicht Optimismus

Der sinkende Ölpreis lindert die Inflationssorgen. Die Folge: Zinsängste nehmen ab. In den vergangenen Wochen belasteten Spekulationen über weitere Zinserhöhungen das Edelmetall massiv. Analysten von Goldman Sachs hatten ihre Zinssenkungsprognosen für 2026 zuvor komplett gestrichen.

Nun dreht sich die Stimmung. Die Wahrscheinlichkeit für eine Zinserhöhung im Dezember fiel laut CME FedWatch Tool von 67 auf 55 Prozent. Die Kerninflation kühlt sich ebenfalls ab. Im Mai stieg sie lediglich um 0,2 Prozent.

Fokus auf den Fed-Entscheid

Am morgigen Dienstag rückt die US-Notenbank in den Fokus. Eine Zinsänderung gilt mit einer Wahrscheinlichkeit von 97 Prozent als ausgeschlossen. Die offizielle Entscheidung fällt am 17. Juni um 14:00 Uhr New Yorker Zeit. Händler achten primär auf das Dot Plot und den Ton der Pressekonferenz.

Langfristig stützen harte Fundamentaldaten den Silberpreis. Das Silver Institute erwartet für 2026 das sechste Angebotsdefizit in Folge. Es fehlen voraussichtlich 46,3 Millionen Unzen auf dem Weltmarkt.

Die Wiedereröffnung der Straße von Hormus liefert hier einen doppelten Impuls. Sie senkt die Energiekosten und kurbelt die globale Industrieproduktion an. Da die Industrie mehr als die Hälfte der Silbernachfrage ausmacht, dürfte sich das strukturelle Defizit des Metalls weiter verschärfen. Mit einem Gold-Silber-Verhältnis von aktuell knapp 64 bleibt das weiße Metall gegenüber Gold historisch günstig bewertet.