Vulcan Energy hat heute mit der Installation der ersten Pipeline-Sektion für das Lionheart-Projekt im Oberrheingraben begonnen. Die Leitung verbindet das bestehende Geothermiekraftwerk in Insheim mit dem Bohrplatz Schleidberg und markiert den sichtbaren Auftakt für das integrierte Geothermie- und Lithiumvorhaben des Unternehmens.

Das Lionheart-Projekt soll künftig parallel erneuerbare Energie und Lithiumchlorid liefern. Über dieselbe Infrastruktur will Vulcan Energy zudem die Stadt Landau in der Pfalz mit Fernwärme versorgen. Damit verbindet das Unternehmen zwei Geschäftsfelder in einem Projekt: die Gewinnung von Lithium aus geothermischer Sole und die Lieferung klimaneutraler Wärme an eine Kommune – ein Modell, das über das reine Lithiumgeschäft hinaus zusätzliche Erlösquellen erschließen soll.

Kurs springt nach Baustart-Meldung an

Anleger honorierten die Fortschrittsmeldung deutlich. Die Aktie legte am heutigen Dienstag um 5,88 Prozent auf 1,75 Euro zu. Damit notiert das Papier nun rund 16 Prozent über dem Jahrestief, das erst vor kurzem erreicht worden war.

Der Kursanstieg fällt in eine Phase, in der Vulcan Energy an der Börse zuletzt unter Druck stand. Die Aktie hatte über weite Strecken des Jahres Wert verloren, bevor sie in den vergangenen Handelstagen wieder etwas Boden gutmachen konnte. Der heutige Sprung reiht sich in diese jüngste Gegenbewegung ein, ohne dass die längerfristige Schwäche damit bereits als überwunden gelten kann.

Baustart als handfestes Signal

Für ein Unternehmen, dessen Kurs in den vergangenen Monaten überwiegend nachgab, liefert der sichtbare Beginn der Bauarbeiten ein konkretes Argument: Aus Planungen wird nun physische Infrastruktur. Die Pipeline-Verbindung zwischen Insheim und Schleidberg ist ein früher, aber notwendiger Baustein, um die geothermische Sole künftig durchgängig zur Lithiumchlorid-Produktion zu leiten und zugleich Wärme in das lokale Netz einzuspeisen.

Die Region Oberrheingraben gilt für Vulcan Energy seit längerem als Kernstandort der Unternehmensstrategie, die Geothermie und Lithiumgewinnung an einem Standort zusammenführt. Mit dem heutigen Baustart rückt das Unternehmen einen Schritt näher an die praktische Umsetzung dieses Ansatzes, nachdem das Projekt in der Vergangenheit vor allem über Planungs- und Finanzierungsschritte in den Schlagzeilen stand.

Ob der Fortschritt am Standort Insheim-Schleidberg den Auftakt zu einer nachhaltigeren Erholung markiert, hängt von weiteren Baufortschritten und einem klareren Zeitplan bis zur Inbetriebnahme ab. Für den Moment liefert die Meldung Anlegern zumindest einen greifbaren operativen Meilenstein in einem Jahr, das für die Aktie bislang überwiegend von Kursverlusten geprägt war.