Vulcan Energy liefert im Untergrund und über Tage – die Börse honoriert es kaum. Während das Lithium-Geothermie-Projekt in der Pfalz wichtige Etappenziele erreicht, dümpelt die Aktie nahe ihres Jahrestiefs. Zwischen operativem Fortschritt und Kursverlauf klafft eine deutliche Lücke.
Am Standort Landau hat Vulcan Energy mit den zivilen Bauarbeiten für das 30-Megawatt-Geothermiekraftwerk Lionheart begonnen. Die groben Erdarbeiten sind abgeschlossen. Jetzt starten Fundament- und Betonarbeiten – ein zentraler Baustein für die geplante Lithiumgewinnung im Oberrheingraben.
Sechste Bohrung übertrifft Erwartungen
Ein wichtiger technischer Meilenstein: Die sechste Produktions- und Reinjektionsbohrung ist fertig. Laut dem jüngsten Quartalsbericht lief die Bohrung sowohl im Zeitplan als auch unter Budget.
Erste Tests bestätigen: Temperatur, Lithiumgehalt und Förderpotenzial entsprechen den Erwartungen. Das Bohrteam hat bereits mit der siebten Bohrung im Rahmen der ersten Ausbauphase begonnen. Diese vorgelagerten Arbeiten sind die Grundlage für die geplante Lithiumhydroxid-Produktion, deren industrieller Hochlauf für Ende 2027 vorgesehen ist.
Kapitalpolster trotz Bau-Intensität
Vulcan Energy verfügt über eine solide Liquiditätsbasis. Zum Ende des Juni-Quartals 2026 hielt das Unternehmen 273,9 Millionen Euro an Kassenbestand und kurzfristig verfügbaren Einlagen. Allein im letzten Quartal flossen 92 Millionen Euro in den Bau.
Mehrere Fortschritte kamen zusammen:
- Lionheart-Finanzierung: Financial Close für das Fremd- und Eigenkapitalpaket über 2,2 Milliarden Euro, gestemmt von einem Konsortium aus 13 internationalen Kreditgebern.
- Kapitalabrufe: Erste strategische Eigenkapital-Tranchen von Partnern sind eingegangen und finanzieren den laufenden Bau.
- Lieferverträge: Wichtige Beschaffungsverträge sind unter Dach und Fach, darunter eine Vereinbarung mit Siemens AG für Engineering und Automatisierungstechnik.
Kurs bleibt unter Druck
Am Markt zeigt sich eine deutliche Diskrepanz zum operativen Fortschritt. Die Aktie schloss am Dienstag bei 1,61 Euro, nur 3,93 Prozent über dem 52-Wochen-Tief von 1,55 Euro vom 28. Juli. Seit Jahresbeginn steht ein Minus von 36,72 Prozent zu Buche.
Der RSI von 30,9 signalisiert eine Annäherung an überverkauftes Terrain. Anleger scheinen sich vor allem auf die lange Vorlaufzeit bis zur kommerziellen Produktion und die schwache Stimmung bei Lithiumpreisen zu konzentrieren – technische Erfolge allein reichen derzeit nicht, um das Sentiment zu drehen.
Der nächste Prüfstein folgt am 30. Juli mit der Veröffentlichung des Quartalsberichts für das Juni-Quartal. Dort dürfte sich zeigen, ob die operativen Fortschritte auch quantitativ überzeugen – und ob das Management Details zum Zeitplan für den siebten Bohrabschluss liefert.
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