Bagger rollen in Frankfurt, während die Aktie an der Börse weiter durchhängt. Vulcan Energy hat den Spatenstich für sein Lithium-Chemieanlagen-Projekt Lionheart gefeiert. Der Kurs bleibt davon unbeeindruckt und notiert nur knapp über seinem Jahrestief.
Am Donnerstag schloss die Aktie bei 1,60 Euro, ein Plus von 2,17 Prozent. Damit liegt sie nur 6,67 Prozent über ihrem 52-Wochen-Tief von 1,50 Euro, das erst am 30. Juli erreicht wurde. Der Kontrast zur operativen Nachrichtenlage könnte kaum größer sein.
Spatenstich markiert Wendepunkt
Vulcan Energy hat im Juni-Quartal offiziell mit dem Bau seiner Lithium-Chemieanlage in Frankfurt begonnen. Vertreter aus Politik und Industrie waren bei der Zeremonie dabei. Das Ereignis zeigt: Die im Jahresverlauf 2026 abgeschlossene Finanzierung von 2,2 Milliarden Euro für die erste Lionheart-Phase ist keine reine Papierübung mehr.
Nach Quartalsende erhielt das Unternehmen zudem die erste strategische Eigenkapital-Rate von seinen Finanzierungspartnern. Parallel begannen die Bauarbeiten am Lionheart-Geothermiekraftwerk. Auf der Ressourcenseite läuft es ebenfalls nach Plan: Die sechste Produktionsbohrung ist erfolgreich abgeschlossen, die siebte hat wie vorgesehen begonnen.
Steuerbefreiung stützt die Projektkalkulation
Rheinland-Pfalz hat Vulcan eine fünfjährige Befreiung von der Förderabgabe für die Lithiumproduktion zugesagt. Die Erleichterung gilt bis 2030 und entlastet Lionheart genau in der Phase, in der das Projekt noch keine nennenswerten Erlöse aus Lithiumverkäufen erzielt.
Auch bei den Ingenieurverträgen gibt es Klarheit. Siemens erhält den Zuschlag für Engineering, Automatisierung und Gebäudetechnik von Lionheart. Damit ist ein wesentlicher Teil der Beschaffung abgeschlossen. CEO Cris Moreno bezeichnete das Quartal als konsequente Umsetzung des Fahrplans für das Vorzeigeprojekt.
Kapitalintensive Bauphase
Zum 30. Juni verfügte Vulcan über liquide Mittel und kurzfristig verfügbare Einlagen von 273,9 Millionen Euro. Im zweiten Quartal gab das Unternehmen 92,0 Millionen Euro für die Entwicklung aus, seit Jahresbeginn summiert sich das auf 168,0 Millionen Euro. Der Großteil floss in Bau und Beschaffung für Lionheart.
Der Kurs spiegelt diesen Fortschritt bislang nicht wider. Seit Jahresbeginn hat die Aktie 37,30 Prozent verloren, ein deutliches Signal dafür, wie skeptisch der Markt die kapitalintensive Bauphase noch immer bewertet.
Vulcan hält an seinem Zeitplan fest: Die erste Produktion soll 2028 anlaufen, mit einer Ausbaustufe von 24.000 Tonnen Lithium-Chemikalien, 275 Gigawattstunden Strom und 560 Gigawattstunden Wärme pro Jahr. Die Finanzierung steht, der Bau läuft sichtbar – jetzt muss das Unternehmen zeigen, dass es den engen Zeitplan bei laufend hohen Investitionsausgaben halten kann.
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