Eigentlich ist die Kasse leer. Und die Flotte verkauft. 2020 Bulkers hat sein operatives Geschäft komplett aufgegeben. Was bleibt, ist eine Hülle mit Börsennotierung und 4 Millionen Dollar in der Kasse. Kein Wunder, dass die Aktie nahe ihrem Allzeittief notiert.
Capesize-Sorgen belasten die Stimmung
Der Baltic Dry Index fällt weiter. Am Freitag lag der wichtige Branchenindikator bei 2.729 Punkten – dem niedrigsten Stand seit Anfang Mai. Besonders der Capesize-Teilindex gab nach: minus 0,8 Prozent auf 4.107 Punkte.
Hauptgrund ist die schwächere Nachfrage aus China. Hinzu kommt ein steigendes Angebot an verfügbarem Schiffsraum. Das trifft Reedereien wie 2020 Bulkers direkt, denn ihre Erlöse sind an diese Frachtraten gekoppelt.
Die Aktie selbst bewegte sich kaum. Sie schloss bei 3,99 NOK, ein Minus von 1,04 Prozent. Der Abstand zum 52-Wochen-Tief von 3,90 NOK beträgt gerade einmal 2,4 Prozent.
Die Sonderdividende war der Schlusspunkt
Im Frühjahr verkaufte 2020 Bulkers seine komplette Flotte: sechs Newcastlemax-Schiffe, darunter die Bulk Santiago und Bulk Sydney. Den Erlös schüttete das Board weitgehend an die Aktionäre aus. Die Sonderdividende lag bei rund 13,80 US-Dollar je Aktie – umgerechnet knapp 130 NOK.
Was bleibt, sind liquide Mittel von etwa 4 Millionen Dollar. CEO Lars-Christian Svensen prüft derzeit neue Geschäftsmöglichkeiten. Das Listing und die Management-Struktur sollen erhalten bleiben. In welche Richtung die Reise geht, ist offen.
Technische Signale deuten auf Extremlage
Der RSI liegt bei 26,4 Punkten. Das ist deutlich unter der Schwelle von 30, ab der Aktien als überverkauft gelten. Die annualisierte 30-Tage-Volatilität beträgt knapp 149 Prozent. Ein Zeichen für hohe Unsicherheit und spekulatives Interesse.
Im letzten Monat verlor das Papier 14,88 Prozent. Vom 52-Wochen-Hoch bei 10,07 NOK, erreicht Mitte Mai, trennen die Aktie rund 60 Prozent. Die Stabilisierung in den letzten sieben Tagen fällt mit plus 0,86 Prozent bescheiden aus.
Für die neue Woche richtet sich der Blick weiter auf den Baltic Dry Index. Solange die Capesize-Raten keine Bodenbildung zeigen, bleibt der Sektor unter Druck. Und bei 2020 Bulkers selbst warten Anleger auf eine Antwort: Wohin mit den letzten Millionen? Einen konkreten Plan gibt es noch nicht.
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