2G Energy hat für das zweite Quartal 2026 einen Auftragseingang von 422,4 Millionen Euro bestätigt. Das entspricht nahezu einer Versiebenfachung gegenüber dem Vorjahreswert von 54,1 Millionen Euro. Getrieben wurde der Sprung fast vollständig durch das US-Geschäft mit Rechenzentren, wie das Unternehmen am Donnerstag vergangener Woche mitteilte.

Data-Center-Geschäft als Wachstumsmotor

Das Segment „Data Center Solutions“ in den USA steuerte allein 350,3 Millionen Euro zum Auftragseingang bei, nach lediglich 8,3 Millionen Euro im Vorjahresquartal. Nach Angaben des Managements bestehen darüber hinaus weiterhin Kundenreservierungen in dreistelliger Millionenhöhe, die noch nicht als feste Aufträge verbucht sind. Für das gesamte erste Halbjahr 2026 summiert sich der Auftragseingang damit auf 479,4 Millionen Euro, nach 110,7 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum.

Auch außerhalb Nordamerikas zog das Geschäft an: Der Auftragseingang stieg dort um 57 Prozent auf 72,1 Millionen Euro. Besonders stark entwickelte sich das deutsche Biogas-Segment mit einem Plus von 74 Prozent auf 37,9 Millionen Euro. Damit stützt sich das Wachstum nicht allein auf das US-Rechenzentrumsgeschäft, sondern zeigt sich breiter verteilt als noch im Vorjahr.

Vorstand hebt Ausblick an

Angesichts der Auftragsdynamik konkretisierte der Vorstand die Umsatzprognose für das laufende Geschäftsjahr am oberen Ende der bisherigen Spanne auf rund 490 Millionen Euro, bei einer erwarteten EBIT-Marge zwischen 9,5 und 10,5 Prozent. Für 2027 stellte das Management einen weiteren Sprung in Aussicht: Der Umsatz soll auf 570 bis 620 Millionen Euro steigen, die EBIT-Marge auf über 11 Prozent klettern. Diese Zahlen unterstreichen, dass 2G Energy den Auftragsschub nicht als einmaligen Ausschlag, sondern als Basis für ein mehrjähriges Wachstum einordnet.

Kurs erholt sich, bleibt aber unter altem Hoch

An der Börse kommt die Nachrichtenlage an: Vorbörslich notiert die Aktie am Mittwoch bei 59,40 Euro und damit 1,63 Prozent im Plus. Auf Sicht von zwölf Monaten hat sich das Papier seit Jahresbeginn um 68,99 Prozent verteuert – ein deutlicher Vertrauensbeweis der Anleger in die neue Wachstumsstory rund um Rechenzentren. Allerdings zeigt der Blick auf die vergangenen 30 Tage auch die Volatilität der jüngsten Handelsphase: In diesem Zeitraum verlor die Aktie 11,80 Prozent, bevor die aktuellen Zahlen wieder für Auftrieb sorgten.

Termine im Blick

Anleger sollten sich zwei Termine merken: Die ordentliche Hauptversammlung findet am 19. August im Tobit Atrium in Ahaus statt. Die vorläufigen Kennzahlen für das erste Halbjahr 2026 will das Unternehmen am 29. September veröffentlichen. Beide Termine dürften weitere Details zur Entwicklung des US-Geschäfts und zur Umsetzung der angehobenen Prognose liefern.