Der westfälische Hersteller von Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen verzeichnet eine massive Beschleunigung seines operativen Geschäfts. Getrieben durch eine außergewöhnlich hohe Nachfrage aus den Vereinigten Staaten und technologische Fortschritte bei alternativen Kraftstoffen wie Ammoniak, blickt das Unternehmen auf ein erstes Halbjahr 2026 mit historischen Bestwerten beim Auftragseingang zurück. Besonders das Geschäft mit Rechenzentren in Nordamerika erweist sich dabei als zentraler Wachstumsmotor.

Massive Nachfrage aus US-Rechenzentren

Im zweiten Quartal 2026 erreichte der Auftragseingang von 2G Energy mit 422,4 Millionen Euro ein Rekordniveau. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, in dem Bestellungen über 54,1 Millionen Euro verbucht wurden, entspricht dies nahezu einer Verachtfachung des Volumens. Für das gesamte erste Halbjahr summierten sich die Aufträge auf 479,4 Millionen Euro, nach 110,7 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum.

Ein wesentlicher Teil dieser Dynamik entfällt auf den US-amerikanischen Markt. Allein für dortige Rechenzentren sicherte sich das Unternehmen im zweiten Quartal Großaufträge im Wert von 350,3 Millionen Euro. Aber auch außerhalb Nordamerikas zeigt die Kurve nach oben: In den übrigen Regionen stiegen die Bestellungen um 57 Prozent.

In Deutschland profitiert 2G Energy zudem von einem verstärkten Nachfrageschub im Bereich der Biogas-Flexibilisierung, während in der Bergbauindustrie neue Segmente mit Aufträgen im mittleren zweistelligen Megawatt-Bereich erschlossen wurden.

Technologische Meilensteine mit Ammoniak

Parallel zum starken Vertriebserfolg treibt das Unternehmen die technologische Diversifizierung voran. Gemeinsam mit dem Partner Amogy gelang am 3. August eine erfolgreiche Demonstration zur integrierten Ammoniakumwandlung für die Stromerzeugung.

In einer Anlage in Houston wurde die AMMDrive-Lösung von Amogy mit einem Agenitor 412 Aggregat von 2G Energy kombiniert. Diese Technologie zielt insbesondere auf stromintensive Anwendungen und Rechenzentren ab, die nach CO2-freien Energielösungen suchen.

Die strategische Bedeutung dieser Entwicklung unterstreicht den Wandel hin zu wasserstoffbasierten und klimaneutralen Brennstoffen. Die Kooperation ermöglicht es, Ammoniak effizient in elektrischen Strom umzuwandeln, was für die dezentrale Energieversorgung in Industrien mit hohem Leistungsbedarf eine entscheidende Rolle spielen könnte.

Optimistischer Ausblick bis 2027

Die volle Auftragsliste stärkt die Zuversicht für die kommenden Geschäftsjahre. Für das laufende Jahr 2026 prognostiziert das Management einen Umsatz am oberen Ende der Spanne von 490 Millionen Euro bei einer EBIT-Marge zwischen 9,5 und 10,5 Prozent.

Für das Jahr 2027 wird eine weitere Steigerung auf einen Umsatz zwischen 570 und 620 Millionen Euro erwartet, wobei die EBIT-Marge dann die Marke von 11 Prozent übertreffen soll.

Ein Signal der Zuversicht kam zudem aus der Chefetage: CEO Pablo Hofelich nutzte eine Konsolidierungsphase im Juli für einen Insiderkauf. Er erwarb Aktien im Wert von rund 65.000 Euro zu einem Kurs von knapp über 65 Euro je Anteilsschein.

An der Börse spiegelte sich die positive Grundstimmung trotz kurzfristiger Schwankungen im langfristigen Trend wider. Seit Jahresbeginn verzeichnet das Papier ein Plus von 66 Prozent.

Am gestrigen Donnerstag gab die Aktie im Zuge allgemeiner Marktbewegungen um 4,2 Prozent nach und schloss bei 58,45 Euro. Damit notiert der Wert aktuell etwa 24 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch, das Anfang Juli markiert wurde. Die nächste wichtige Termine für Anleger ist die für den 19. August terminierte Hauptversammlung.