ABB hat gestern eine aktualisierte Mitteilung zu Aktienrückkäufen veröffentlicht. Für Anleger steht damit die Kapitalrückführung neben der operativen Entwicklung im Blick. Für Rückkäufe spricht die Ertragskraft des Unternehmens, sofern ABB zugleich genügend finanziellen Spielraum für sein Geschäft bewahrt. Das zum Abschluss des Geschäftsjahres 2025 angekündigte Programm umfasst bis zu 2 Milliarden US-Dollar und läuft bis Januar 2027.
Gewinne und Cashflow als Grundlage
ABB steigerte den Nettogewinn 2025 um 20 Prozent auf 4,7 Milliarden US-Dollar. Der Jahresumsatz erreichte 33,2 Milliarden US-Dollar. Damit verfügt die Ausschüttungspolitik über eine gestiegene Ergebnisbasis.
Für Anleger zählt dabei neben dem bilanziellen Gewinn besonders der Mittelzufluss. Rückkäufe können die Kapitalrückführung ergänzen, sofern das operative Geschäft die dafür benötigten Mittel nachhaltig erwirtschaftet.
Medienberichten zufolge erzielte ABB in den vergangenen zwölf Monaten rund 5,0 Milliarden US-Dollar freien Cashflow. Zum Abschluss des Geschäftsjahres 2025 erhöhte das Unternehmen außerdem die Dividende auf 0,94 Schweizer Franken je Aktie.
Die Kombination aus Dividende und Rückkäufen spricht für eine aktionärsorientierte Mittelverwendung, solange die operative Entwicklung diese Ausgaben trägt. Entscheidend bleibt deshalb die Qualität der laufenden Geschäfte.
Hohe Nachfrage trifft auf Margenanforderungen
Im vierten Quartal 2025 stieg der Auftragseingang um 36 Prozent auf 10,3 Milliarden US-Dollar. Besonders die Nachfrage nach elektrischer Ausrüstung für Rechenzentren unterstützte das Geschäft.
Das Auftragswachstum spricht für ABBs Absatzperspektiven, sofern daraus profitable Umsätze entstehen. Für die Beurteilung der Rückkauffähigkeit ist deshalb die Verbindung von Wachstum und Rentabilität wichtiger als der Auftragseingang allein.
Die operative EBITA-Marge erreichte im Schlussquartal 2025 trotz einer Verbesserung auf 17,6 Prozent leicht weniger als vom Markt erwartet. Für das Gesamtjahr 2026 stellte ABB damals ein vergleichbares Umsatzwachstum von 6 bis 9 Prozent in Aussicht.
Zusätzlich erwartete das Unternehmen eine leichte Verbesserung der operativen EBITA-Marge ohne Sondereffekte. Dieser Ausblick bietet eine Grundlage für die Kapitalrückführung, sofern ABB Wachstum und Margenverbesserung tatsächlich erreicht.
Bewertung verlangt weitere Fortschritte
Medienberichten zufolge liegt das Kurs-Gewinn-Verhältnis bei 29,4. Diese Bewertung stellt Anforderungen an die weitere Gewinnentwicklung: Für die Aktie spricht das operative Wachstum, sofern es sich auch künftig in Erträgen und freien Mitteln niederschlägt.
Die Rückkäufe ergänzen damit das Anlageargument. Sein Fundament bleibt die Fähigkeit von ABB, die starke Nachfrage profitabel abzuarbeiten und zugleich die Ausschüttungen zu finanzieren. An dieser Verbindung müssen Anleger die Kapitalrückführung messen.
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