Die US-Gesundheitsbehörde FDA hat dem Prüfpräparat Telisotuzumab adizutecan (Temab-A) zwei Breakthrough-Therapy-Einstufungen erteilt. Im Zuge dieser Nachricht legte die AbbVie-Aktie am gestrigen Mittwoch um 2,3 Prozent auf 242,40 Euro zu. Das noch nicht zugelassene Medikament erhält den Sonderstatus für zwei Indikationen: zur Behandlung von Darmkrebs sowie von nicht-kleinzelligem Lungenkrebs. Mit dem jüngsten Anstieg notiert das Papier nur noch 1,3 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 245,70 Euro.

Behördenstatus beschleunigt klinische Entwicklung

Der Status als Breakthrough Therapy soll die Entwicklung und behördliche Prüfung von Wirkstoffen beschleunigen, die bei schwerwiegenden Erkrankungen substanzielle Verbesserungen gegenüber bisherigen Behandlungsoptionen erwarten lassen. AbbVie erforscht den Wirkstoffkandidaten Temab-A in verschiedenen onkologischen Studien. Eine reguläre Zulassung liegt für das Präparat bisher nicht vor.

Die regulatorische Entscheidung ergänzt die jüngsten Daten des Konzerns in der Onkologie. Bereits zuvor hatten AbbVie und Genmab überzeugende Phase-3-Ergebnisse für Epcoritamab bei diffusem großzelligem B-Zell-Lymphom gemeldet. In Kombination mit R-CHOP reduzierte das Mittel das Risiko eines Fortschreitens der Erkrankung oder des Todes gegenüber einer alleinigen R-CHOP-Behandlung um 51 Prozent.

Analysten heben ihre Kursziele an

Die jüngsten operativen Fortschritte schlagen sich auch in den Modellen von Marktexperten nieder. Morgan Stanley erhöhte das Kursziel für AbbVie am gestrigen Mittwoch von 296 auf 310 $ und behielt die Einstufung auf „Overweight“ bei. Als Begründung nannten die Analysten Modellkorrekturen im Vorfeld der anstehenden Quartalszahlen, Datenverläufe des Branchendienstes IQVIA sowie unterjährige Entwicklungen.

Bereits am Dienstag hob die Scotiabank Medienberichten zufolge ihr Kursziel für den Pharmakonzern deutlich an. Die Bank passte ihre Zielmarke von 280 auf 320 $ an und bestätigte zugleich ihre Einstufung mit „Sector Outperform“.

Prognoseanpassung und anstehende Geschäftszahlen

Anfang der Woche hatte AbbVie seine Prognose für den bereinigten verwässerten Gewinn je Aktie für das laufende Geschäftsjahr 2026 präzisiert. Für das dritte Quartal 2026 erwartet das Management nun eine Spanne von 3,73 bis 3,77 $. Für das Gesamtjahr 2026 stellt der Konzern einen bereinigten Gewinn von 13,76 bis 13,96 $ je Aktie in Aussicht.

In der aktualisierten Jahresprognose sind geschätzte Ausgaben für erworbene Forschungs- und Entwicklungsprojekte (IPR&D) sowie Meilensteinzahlungen von 216 Millionen $ berücksichtigt. Dieser Sonderposten belastet das Ergebnis rechnerisch mit 0,11 $ je verwässerter Aktie. Die detaillierten Zahlen für das dritte Quartal 2026 will AbbVie am 30. Oktober 2026 vor Handelsbeginn an der US-Börse veröffentlichen.