Der US-Pharmakonzern AbbVie stellt die Weichen in der Onkologie neu. Gemeinsam mit dem dänischen Partner Genmab legte das Unternehmen heute detaillierte Ergebnisse einer zulassungsrelevanten Phase-3-Studie vor. Parallel dazu passte der Konzern seine Gewinnziele für das laufende Geschäftsjahr an, um jüngste Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen zu verbuchen.
Studienerfolg in der Erstlinienbehandlung von Lymphomen
Im Mittelpunkt des klinischen Fortschritts steht die Phase-3-Studie EPCORE DLBCL-2. Untersucht wurde der Einsatz von Epcoritamab in Kombination mit der Standardchemotherapie R-CHOP bei Patienten mit neu diagnostiziertem diffusem großzelligem B-Zell-Lymphom.
Bei der Patientengruppe mit einem Risikoprofil von IPI 2 bis 5 senkte die Kombination das Risiko für ein Fortschreiten der Krankheit oder den Tod um 51 Prozent gegenüber der alleinigen Standardtherapie.
Das unabhängige Datenüberwachungskomitee empfahl auf Basis dieser Zwischenergebnisse bereits die Entblindung der Untersuchung. Die vollständigen Resultate sollen auf einer kommenden medizinischen Fachkonferenz vorgestellt werden. Auf deren Grundlage planen die beteiligten Unternehmen Gespräche mit den globalen Zulassungsbehörden über die nächsten regulatorischen Schritte.
Die klinischen Daten stoßen am Markt auf positive Resonanz. Das Analysehaus Jefferies bezeichnete die Ergebnisse als klar über den Markterwartungen liegend. Die Experten halten die bisherige Schätzung eines Erstlinienumsatzes von 1,4 Milliarden US-Dollar für konservativ und beziffern das weltweite Spitzenumsatzpotenzial des Wirkstoffs auf 4,5 Milliarden US-Dollar.
Forschungsaufwand dämpft die Gewinnprognose
Gleichzeitig schlagen sich die Investitionen in die Pipeline in der kurzfristigen Bilanz nieder. Wie aus einer Meldung an die US-Börsenaufsicht SEC hervorgeht, verbucht AbbVie im dritten Quartal 2026 erworbene Forschungs- und Meilensteinaufwendungen in Höhe von 216 Millionen US-Dollar. Dieser Sonderposten belastet das bereinigte Ergebnis je Aktie in beiden Berichtszeiträumen um 0,11 US-Dollar.
Für das dritte Quartal 2026 rechnet das Management infolgedessen mit einem bereinigten Gewinn je Aktie zwischen 3,73 und 3,77 US-Dollar, nachdem zuvor 3,84 bis 3,88 US-Dollar in Aussicht gestellt worden waren.
Die Zielspanne für das Gesamtjahr 2026 wurde auf 13,76 bis 13,96 US-Dollar korrigiert. Zusätzliche Meilensteine, die nach dem dritten Quartal anfallen könnten, sind in diesen Zahlen noch nicht enthalten.
An der Börse wird der Spagat zwischen Entwicklungsaufwand und klinischen Fortschritten gelassen aufgenommen. Die Aktie von AbbVie notiert bei 237,00 Euro und liegt damit nur rund 0,7 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 238,70 Euro. Anleger honorieren vor allem die langfristige Perspektive im lukrativen Krebsmarkt, die mögliche kurzfristige Belastungen durch Forschungsaufwendungen überwiegt.
Stand heute, 6. Oktober: AbbVie – Kaufen, halten oder verkaufen?
Wer in AbbVie investiert ist oder einen Einstieg prüft, sollte die Lage jetzt neu bewerten. Die Gratis-Analyse vom 6. Oktober gibt die klare Antwort – und zeigt, warum Abwarten gerade jetzt riskanter sein kann, als es wirkt.

