Erst kamen die Erfolgsmeldungen, dann der juristische Nachschlag. Das Biotech-Unternehmen Abivax steht unter Druck. Die US-Kanzlei The Schall Law Firm untersucht mögliche Verstöße gegen das Wertpapiergesetz.

Untersuchung belastet den Kurs

Im Zentrum stehen mutmaßlich irreführende Aussagen des Managements. Auslöser sind Ergebnisse der Phase-3-Studie ABTECT für den Hoffnungsträger Obefazimod. Während die Wirksamkeit bei Colitis ulcerosa überzeugte, traten vereinzelt Krebserkrankungen auf.

Die medizinischen Daten klangen zunächst vielversprechend. In der Studie erreichten über 50 Prozent der Patienten eine klinische Remission. In der Vergleichsgruppe waren es lediglich rund 10 Prozent.

Starke Daten mit Schattenseiten

Die Sicherheitsbedenken wiegen jedoch schwer. Vor allem in der Gruppe mit höherer Dosierung gab es Fälle von Malignität. Anleger reagierten prompt mit massiven Verkäufen.

Die Aktie notiert aktuell bei 84,95 Euro. Seit Jahresbeginn hat das Papier rund 26 Prozent an Wert verloren. Damit liegt der Kurs deutlich unter dem 52-Wochen-Hoch von 130,80 Euro.

Der Markt zeigt sich verunsichert. Die hohe Volatilität spiegelt die Nervosität der Investoren wider, die nun auf Klarheit vonseiten des Unternehmens warten.

Innerhalb eines Jahres legte der Wert um über 1.300 Prozent zu. Die aktuelle Korrektur drückte den Kurs jedoch unter den 50-Tage-Durchschnitt von 99,15 Euro.

Ausblick trotz Gegenwind

Abivax hält trotz der juristischen Prüfung an seinem Zeitplan fest. Das Management will den Zulassungsantrag für Obefazimod bis Ende des vierten Quartals 2026 einreichen. Mitte 2027 folgen zudem Daten aus einer Phase-2b-Studie zu Morbus Crohn.