Mitten in der schwersten Krise ihrer Geschichte verliert ABO Energy den Finanzgeschäftsführer. Alexander Reinicke schied nach rund zwei Jahrzehnten im Unternehmen mit sofortiger Wirkung aus — Gründe nannte die Unternehmensführung nicht. Seine Aufgaben verteilen sich nun auf das bestehende Team. Einen Nachfolger gibt es nicht.
Das ist ein schlechtes Timing. Das Unternehmen steckt mitten in Restrukturierungsverhandlungen mit Banken und sucht neue Investoren. Beide Prozesse brauchen einen erfahrenen CFO am Tisch.
Historischer Verlust, fragiles Fundament
Der Hintergrund ist ernst. Für 2025 erwartet das Management einen Nettoverlust von rund 170 Millionen Euro — bei einer Gesamtleistung von 230 Millionen Euro. Es ist der erste Jahresverlust seit fast drei Jahrzehnten.
Ursachen sind niedrigere Einspeisevergütungen aus deutschen Windauktionen, Wertberichtigungen von 35 Millionen Euro und Projektverzögerungen im Ausland. Das Restrukturierungsteam von Hübner Management steuert die operative Wende. Die Lücke des CFO kann es nur begrenzt füllen.
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Seit Januar 2026 hält ein Stillhalteabkommen mit den finanzierenden Banken das Unternehmen am Laufen. Im März stimmten die Anleihegläubiger dem Sanierungskurs zu — mit Mehrheiten von über 99 Prozent. Ein Beschluss erlaubt es ABO Energy, Sicherheiten zu stellen, um künftig an Ausschreibungsrunden teilnehmen zu können.
Operative Pipeline läuft weiter
Trotz der Krise zeigt das Unternehmen Aktivität. Bei der jüngsten Bundesnetzagentur-Ausschreibung sicherte es sich Zuschläge für Windparkzubauten in Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg mit zusammen 16,4 Megawatt. Inbetriebnahme: Herbst 2027. Neue Baugenehmigungen für Windparks im Saarland und Nordrhein-Westfalen kommen auf 35 Megawatt.
Das genehmigte Projektportfolio in Deutschland umfasst rund 650 Megawatt. International verkaufte das Unternehmen Projektrechte für ein 63-Megawatt-Windvorhaben in Kanada. In Spanien unterzeichnete es einen Dienstleistungsvertrag für eine 64,86-Megawatt-Photovoltaikanlage in der Provinz Burgos.
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Das langfristige Ziel: vom reinen Projektierer zum unabhängigen Stromproduzenten werden. Das Modell verspricht stabilere Einnahmen. Es braucht aber frisches Kapital — das bislang fehlt.
Drei Termine entscheiden über den Kurs
Das Management peilt für 2026 die Rückkehr in die Gewinnzone an. Für 2027 steht ein Nettogewinn von 50 Millionen Euro im Plan. Wie realistisch das ist, zeigen drei Termine: der geprüfte Konzernabschluss 2025 im Juni, die Hauptversammlung in Wiesbaden am 13. August und die Halbjahreszahlen am 1. September 2026.
Der testierte Abschluss legt offen, wie viel Substanz das Krisenjahr vernichtet hat. Fallen die Zahlen schlechter aus als bisher kommuniziert, gerät das Stillhalteabkommen mit den Gläubigern unter Druck — und mit ihm der gesamte Restrukturierungsplan.
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