Die Aktie von ABO Energy erlebt einen dramatischen Absturz. Nach einer bereits im November erfolgten Gewinnwarnung schockt das Unternehmen Investoren erneut mit einer massiven Prognosesenkung für 2025. Das Papier bricht um rund 45 Prozent ein und notiert nur noch bei etwa 5,34 Euro. Die Kapitalmärkte reagieren gnadenlos auf die zweite schlechte Nachricht innerhalb weniger Monate.

Von minus 95 auf minus 170 Millionen Euro

Die Zahlen sind ernüchternd: ABO Energy rechnet nun mit einem Konzernjahresfehlbetrag von rund 170 Millionen Euro – eine drastische Verschlechterung gegenüber der erst kürzlich angepassten Prognose von minus 95 Millionen Euro. Die Konzerngesamtleistung wird voraussichtlich nur noch 230 Millionen Euro erreichen, statt der zuvor prognostizierten 250 Millionen Euro.

Die Geschäftsführung führt die Korrektur auf zwei Hauptfaktoren zurück: Rund 40 Millionen Euro entfallen auf zeitliche Verschiebungen, weitere 35 Millionen Euro resultieren aus Wertberichtigungen aufgrund aktueller Marktveränderungen in Deutschland und international.

Verkäufe und Abrechnungen verzögern sich

Konkret betreffen die Verschiebungen für 2025 eingeplante Rechteverkäufe von Wind- und Batterieprojekten in Deutschland, die nicht wie geplant realisiert werden konnten. Hinzu kommen verzögerte Abrechnungen von bereits erbrachten Entwicklungsleistungen sowie die ausbleibende Abnahme von eingeplanten Bauleistungen.

Die Geschäftsführung betont zwar weiterhin ihre Überzeugung vom Erfolg des begonnenen Effizienz- und Transformationsprogramms. Doch die Märkte zeigen sich skeptisch: Nach zwei Gewinnwarnungen in kurzer Folge dürfte das Vertrauen der Anleger massiv gelitten haben.

Totalverlust rückt näher

Mit dem heutigen Kurseinbruch hat sich die Aktie von ihren einstigen Höchstständen dramatisch entfernt. Die Investoren fragen sich, ob weitere negative Überraschungen folgen werden. Die wiederholte Unfähigkeit, die eigenen Prognosen zu erfüllen, wirft ernsthafte Fragen zur Planungsqualität und zur Transparenz des Managements auf.

Besonders bitter: Die Verschiebungen betreffen zentrale Geschäftsbereiche wie Rechteverkäufe und Projektabrechnungen – also das Kerngeschäft des Unternehmens. Dass hier gleich mehrere Positionen gleichzeitig nicht wie erwartet laufen, deutet auf systematische Probleme hin.