Das biopharmazeutische Unternehmen AC Immune hat signifikante Fortschritte in seiner klinischen Pipeline erzielt. Im Zentrum stehen positive Ergebnisse einer Phase-1-Studie für den Wirkstoffkandidaten ACI-19764 sowie regulatorische Erfolge für die Parkinson-Immuntherapie ACI-7104. Die jüngsten Entwicklungen unterstreichen die Strategie des Unternehmens, neuartige Behandlungsansätze für neurodegenerative Erkrankungen zu validieren.

Durchbruch bei der ZNS-Penetration

Am vergangenen Donnerstag veröffentlichte AC Immune Interimsdaten einer Phase-1-Studie für den NLRP3-Inhibitor ACI-19764. Der oral verabreichte Wirkstoffkandidat erwies sich in Tests mit gesunden Probanden als sicher und gut verträglich. Ein entscheidender Erfolg der Untersuchung war der Nachweis der Liquorgängigkeit: Das Medikament konnte die Blut-Hirn-Schranke erfolgreich überwinden und drang in das zentrale Nervensystem (ZNS) vor. Diese Eigenschaft gilt als kritische Voraussetzung für die Wirksamkeit von Therapien gegen neurodegenerative Erkrankungen.

Das Unternehmen plant, bis zum Jahresende erste klinische Ergebnisse der Phase-1b-Kohorte zu präsentieren, die sich auf Patienten mit kardiovaskulärem Risiko konzentriert. Parallel dazu wird die Entwicklung des Parkinson-Impfstoffs ACI-7104 vorangetrieben.

Bereits am 11. August erhielt dieser von der US-Arzneimittelbehörde FDA den Fast-Track-Status für die Behandlung von Parkinson im Frühstadium. Zugleich erfolgte die IND-Freigabe für eine Ausweitung der klinischen Phase-2-Studie VacSYn in den Vereinigten Staaten.

Forschungsförderung und Analysteneinschätzungen

Die langfristige Erforschung von ACI-7104 wird durch finanzielle Unterstützung zusätzlich abgesichert. Medienberichten zufolge erhält AC Immune eine Forschungsförderung in Höhe von 4 Millionen US-Dollar von der Vijay and Marie Goradia Charitable Foundation. Die Mittel dienen dazu, die Sicherheit und Wirksamkeit des Impfstoffs über zwei weitere Jahre im Rahmen der VacSYn-Studie zu untersuchen. Vollständige Ergebnisse aus dem ersten Teil dieser Studie werden für das zweite Halbjahr 2026 erwartet.

Analysten reagierten positiv auf die jüngsten klinischen Daten. Thomas Shrader von BTIG bekräftigte am Donnerstag seine Kaufempfehlung für die Aktie und setzte ein Kursziel von 8,00 US-Dollar fest. Bereits am 11. August hatte Analyst A. Fein von HC Wainwright die Prognose für das Geschäftsjahr 2026 verbessert und rechnet nun mit einem Verlust je Aktie von 0,60 US-Dollar, nachdem zuvor ein deutlich höheres Minus erwartet worden war.

Aktuelle Marktentwicklung

Trotz der fundamentalen Fortschritte verzeichnet das Papier am heutigen Montag einen Rücksetzer und notiert bei 2,43 Euro, was einem Tagesverlust von 2,8 Prozent entspricht. In der längerfristigen Betrachtung zeigt sich jedoch eine deutliche Aufwärtstendenz: Innerhalb der vergangenen 30 Tage konnte der Wert um 24 Prozent zulegen. Die positive Kursentwicklung der letzten Wochen spiegelt die Zuversicht des Marktes bezüglich der fortgeschrittenen Pipeline und der erreichten regulatorischen Meilensteine wider.

Zusätzliche Impulse könnten zum Jahresende folgen. Dann erwartet das Management nicht nur die Daten für ACI-19764 bei Risikopatienten, sondern auch die 100-Wochen-Ergebnisse aus der ersten Phase der VacSYn-Studie. Diese Datenreihen werden maßgeblich dafür sein, das Potenzial der Immuntherapien von AC Immune für den breiten klinischen Einsatz weiter zu untermauern.