Das biopharmazeutische Unternehmen AC Immune hat in den vergangenen Tagen wichtige Fortschritte in seiner klinischen Entwicklung sowie bei der langfristigen finanziellen Absicherung erzielt.

Nachdem der Erhalt des Fast-Track-Status der US-Arzneimittelbehörde FDA für den Parkinson-Impfstoffkandidaten ACI-7104 bereits vor gut drei Wochen für Aufmerksamkeit sorgte, rücken nun die positiven Ergebnisse eines weiteren Wirkstoffkandidaten und der aktuelle Quartalsbericht in den Fokus der Anleger.

Durchbruch bei NLRP3-Inhibitor ACI-19764

Am 20. August präsentierte AC Immune vielversprechende vorläufige Daten aus der Phase-1-Studie für den oral verabreichten NLRP3-Inhibitor ACI-19764. In der Untersuchung an gesunden Probanden erwies sich der Wirkstoff als sicher und gut verträglich.

Ein entscheidender Faktor für die potenzielle Wirksamkeit bei neurodegenerativen Erkrankungen ist die Fähigkeit eines Wirkstoffs, die Blut-Hirn-Schranke zu überwinden. Die vorliegenden Studienergebnisse bestätigten diese Penetration erfolgreich.

Unmittelbar nach dem Abschluss der ersten Testphase begann das Unternehmen mit der Dosierung einer Phase-1b-Kohorte. In diesem Studienteil werden Patienten mit kardiovaskulären Risikofaktoren wie Diabetes Typ 2 oder Adipositas untersucht, um die entzündungshemmende Wirkung von ACI-19764 unter klinischen Bedingungen zu prüfen. Erste Ergebnisse aus dieser spezifischen Patientengruppe werden gegen Ende des laufenden Jahres erwartet.

Finanzielle Reichweite bis Ende 2027 gesichert

Parallel zu den klinischen Fortschritten gab das Unternehmen am 20. August Einblick in seine finanzielle Verfassung. Im Rahmen des Berichts für das erste Halbjahr 2026 wies AC Immune Barmittelreserven in Höhe von 92,9 Millionen US-Dollar aus, was etwa 75,4 Millionen Schweizer Franken entspricht. Laut Unternehmensangaben ist damit der operative Betrieb bis in das vierte Quartal 2027 hinein finanziert.

Diese solide Cash-Position verschafft dem Unternehmen den nötigen Spielraum, um die umfangreiche Pipeline ohne unmittelbaren Finanzierungsdruck weiterzuentwickeln.

Flankiert wird die Liquidität durch gezielte Förderungen: Bereits am 11. Juni wurde ein Forschungszuschuss in Höhe von 4 Millionen US-Dollar durch die Vijay and Marie Goradia Charitable Foundation bekannt gegeben. Diese Mittel sind zweckgebunden für die Phase-2-Studie „VacSYn“, in der der Impfstoffkandidat ACI-7104 bei Parkinson-Patienten getestet wird.

Analysteneinschätzung und Marktlage

Die Analysten von H.C. Wainwright reagierten am 20. August auf die klinischen Daten und die Bilanzzahlen. Das Analysehaus bestätigte seine Kaufempfehlung für die Aktie und bekräftigte das Kursziel von 12,00 US-Dollar. Die Experten hoben dabei insbesondere die Fortschritte bei den klinischen Studien und die finanzielle Stabilität hervor.

An der Börse spiegeln die Daten die typische Volatilität von Biotech-Werten wider. Am vergangenen Freitag schloss das Papier bei 2,30 Euro. Während die Aktie seit Jahresanfang einen Rückgang von 18 Prozent verzeichnete, zeigt der kurzfristige Trend eine Stabilisierung. Der aktuelle Kurs notiert mit einem Abstand von 7,7 Prozent über dem 50-Tage-Durchschnitt, der bei 2,14 Euro liegt.

In der zweiten Jahreshälfte 2026 stehen weitere wichtige Datenveröffentlichungen an. Im Fokus stehen dabei die vollständigen 100-Wochen-Ergebnisse aus dem ersten Teil der Phase-2-Studie zu ACI-7104. Zudem werden für das erste Halbjahr 2027 die abschließenden Daten der kombinierten Phase-1/1b-Studie für den Hoffnungsträger ACI-19764 erwartet.