Die Aktie von AC Immune verzeichnete am vergangenen Freitag einen deutlichen Rücksetzer. Das Papier verlor 6,34 Prozent an Wert und ging bei 1,92 Euro aus dem Handel. Mit dieser Bewegung weitete sich der Abstand zum gleitenden Durchschnitt der vergangenen 200 Tage auf 23,50 Prozent aus. Trotz der kurzfristigen Kursschwäche rückt nun ein wichtiger Termin in den Fokus der Anleger: Am kommenden Dienstag, dem 4. August, wird das Schweizer Biopharma-Unternehmen vor Eröffnung der US-Börsen seine Finanzergebnisse für das zweite Quartal 2026 vorlegen.

Erwartungen an den Quartalsbericht

Der bevorstehende Finanzbericht wird am Markt mit Spannung erwartet, da er Aufschluss über die aktuelle Cash-Position und die Fortschritte der Forschungsaktivitäten geben wird. Medienberichten zufolge rechnen Analysten im Konsens für das abgelaufene Quartal mit einem Verlust je Aktie. Bei den Umsatzerwartungen für das laufende Geschäftsjahr bleiben Marktbeobachter vorsichtig und beobachten genau, wie das Unternehmen seine liquiden Mittel zur Finanzierung der breiten Pipeline einsetzt.

Trotz der Verluste zum Wochenausklang wird das Unternehmen von Experten weiterhin positiv bewertet. Medienberichten zufolge wird das aggregierte Analysten-Rating mehrheitlich mit „Strong Buy“ angegeben. Auch in quantitativen Trend-Rankings konnte der Titel zuletzt Plätze gutmachen.

Fortschritte bei Alzheimer-Diagnostik und Therapie

Zentral für die Bewertung von AC Immune bleibt die Entwicklung neuer Therapie- und Diagnoseansätze für neurodegenerative Erkrankungen. Am 15. Juli präsentierte das Unternehmen auf der Alzheimer’s Association International Conference (AAIC) neue Daten zu seinem Bildgebungsmittel ACI-19626. Dabei handelt es sich um einen sogenannten PET-Tracer, der das Protein TDP-43 im Gehirn sichtbar machen soll. Laut Unternehmensangaben belegen erste Aufnahmen bei lebenden Patienten, dass krankhafte Veränderungen bei Amyotropher Lateralsklerose (ALS) und Frontotemporaler Demenz (FTD) erfolgreich dargestellt werden können.

Auch im Bereich der aktiven Immunisierung gibt es Neuigkeiten. Wie aus einer Pflichtmitteilung an die US-Börsenaufsicht SEC vom 30. Juni hervorgeht, lieferten 12-Monats-Interimsdaten der Phase-1b/2-Studie (ABATE) zum Alzheimer-Impfstoffkandidaten ACI-24 positive Signale. Die Studie bestätigte die Sicherheit und Immunogenität des Mittels in den untersuchten Kohorten. Dieser Fortschritt sicherte AC Immune bereits eine Meilensteinzahlung des Partners Takeda in Höhe von 12 Millionen US-Dollar, nachdem im April der erste Patient in die finale Kohorte der Studie aufgenommen worden war.

Finanzielle Meilensteine und personelle Weichenstellungen

Neben der Alzheimer-Forschung stärkt das Unternehmen seine Position in der Parkinson-Entwicklung. Am 11. Juni erhielt AC Immune einen Forschungszuschuss der Goradia-Familie, um die klinische Erprobung des Parkinson-Impfstoffs ACI-7104 voranzutreiben. Das Unternehmen befindet sich zudem in einer Übergangsphase der Führung: Mitbegründerin Andrea Pfeifer hat sich zur letzten Hauptversammlung vom CEO-Posten zurückgezogen und unterstützt die Entwicklung fortan als Ehrenvorsitzende und Beraterin.

Die Analysten zeigen sich von der strategischen Ausrichtung überzeugt. Thomas Shrader vom Analysehaus BTIG bekräftigte am 22. Juli seine Kaufempfehlung für die Aktie und nannte ein Kursziel von 8,00 US-Dollar. Angesichts der aktuellen Notierung von 1,92 Euro signalisiert diese Einschätzung ein erhebliches Aufwärtspotenzial, sofern die kommenden klinischen Daten und die Quartalsbilanz die Erwartungen erfüllen.