Starke Umsatzzahlen, aber ein massiver Kurseinbruch am Aktienmarkt. Bei Accenture klaffen Realität und Marktstimmung aktuell weit auseinander. Das Management reagiert nun mit einer aggressiven Expansion. Der Konzern nimmt am Anleihemarkt fünf Milliarden US-Dollar auf. Das Ziel: ein massiver Ausbau im Bereich Cybersicherheit.

Zukäufe für die Infrastruktur

Accenture kauft massiv auf dem Sicherheitsmarkt ein. Das Unternehmen plant die Übernahme von Dragos, runZero und NetRise. Der Gesamtwert dieser Deals liegt bei rund 4,2 Milliarden Dollar. Die Transaktionen sollen in den kommenden Monaten abschließen. Es fehlen lediglich die behördlichen Genehmigungen.

Die Zukäufe stärken den Schutz kritischer Industrieanlagen. Finanziell lohnen sich die neuen Töchter ebenfalls. Sie erzielen aktuell jährlich wiederkehrende Umsätze von 208 Millionen Dollar. Das entspricht einem Wachstum von 53 Prozent gegenüber dem Vorjahr. S&P Global Ratings bewertet die zur Finanzierung geplante Anleihe mit einem starken „AA-“.

Volle Kassen und Aktienrückkäufe

Auch das operative Geschäft liefert solide Werte. Im dritten Quartal kletterte der Umsatz auf 18,7 Milliarden Dollar. Der freie Cashflow lag bei 3,6 Milliarden Dollar. Trotz der neuen Schulden erwarten die Bonitätswächter von S&P eine weiterhin konservative Verschuldungsquote.

Ein erheblicher Teil des Kapitals fließt direkt an die Aktionäre. Accenture stockt das laufende Aktienrückkaufprogramm um zwei Milliarden Dollar auf. Insgesamt erwirbt der Konzern nun eigene Papiere für 7,5 Milliarden Dollar.

Die gesamten Ausschüttungen erreichen im laufenden Geschäftsjahr 11,5 Milliarden Dollar. Das bedeutet einen Anstieg von 38 Prozent. Bis Ende August will der Vorstand alle Rückkäufe vollständig abschließen.

Der Trend bleibt negativ

An der Börse honorierten Anleger die soliden Bilanzen bisher kaum. Die Aktie hat seit Jahresanfang fast 46 Prozent eingebüßt. Am Mittwoch schloss das Papier bei rund 120 Euro.

Der technische Trend bleibt vorerst klar abwärtsgerichtet. Der Kurs notiert aktuell 36 Prozent unter der 200-Tage-Linie. Mit den massiven Aktienrückkäufen bis Ende August stemmt sich das Management nun mit viel Kapital gegen diesen Kursverfall.