Die Aktie von Accenture ist im freien Fall. Seit Jahresbeginn hat der Beratungskonzern mehr als die Hälfte seines Börsenwerts eingebüßt. Am Dienstag nun eine überraschende Gegenbewegung: Das Management stockt das Aktienrückkaufprogramm massiv auf.
7,5 Milliarden für eigene Aktien
Accenture erweitert sein Rückkaufprogramm für das Geschäftsjahr 2026 um zusätzliche zwei Milliarden Dollar. Insgesamt plant der Konzern nun Rückkäufe im Volumen von 7,5 Milliarden Dollar. Das ist ein Anstieg von 62 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.
Hinzu kommen die Dividenden. Insgesamt will Accenture im laufenden Geschäftsjahr 11,5 Milliarden Dollar an die Aktionäre zurückgeben. Das entspricht einem Plus von mehr als 38 Prozent. Die Maßnahme soll bis zum 31. August 2026 abgeschlossen sein.
Das Management begründet den Schritt mit einer Fehlbewertung der Aktie. Der aktuelle Kurs spiegele weder die Finanzkraft noch die langfristigen Wachstumschancen wider.
Absturz nach Quartalszahlen
Die Notwendigkeit für diesen Schritt zeigt das Kursbild. Am Dienstag notiert die Aktie bei 110,50 Euro – ein Tagesplus von 1,52 Prozent. Doch das ist nur ein schwacher Trost.
Auf Wochensicht beträgt das Minus 22,6 Prozent. Seit Jahresbeginn hat der Kurs um 50,2 Prozent nachgegeben. Das 52-Wochen-Tief von 103,60 Euro wurde erst am Montag markiert. Aktuell liegt der Kurs nur 6,7 Prozent über diesem Tiefpunkt.
Auslöser des jüngsten Absturzes waren die Zahlen für das dritte Quartal. Zwar übertraf der bereinigte Gewinn je Aktie mit 3,80 Dollar die Analystenerwartungen. Der Umsatz von 18,72 Milliarden Dollar verfehlte die Prognosen jedoch knapp.
Schwerer wog der gesenkte Ausblick. Accenture erwartet nun ein Umsatzwachstum von drei bis vier Prozent in Lokalwährung. Zuvor waren es drei bis fünf Prozent. Die Neubestellungen fielen zudem von 19,7 auf 19,3 Milliarden Dollar.
Die Folge: Ein Kurssturz von 18 Prozent an nur einem Tag. Es war der größte Tagesverlust in der Unternehmensgeschichte.
Analysten reagieren verhalten
Nach den schwachen Zahlen haben mehrere Analysten ihre Bewertungen angepasst. TD Cowen stufte Accenture am Montag von „Buy“ auf „Hold“ herab und senkte das Kursziel. Die Begründung: KI-Investitionen könnten IT-Budgets von traditionellen Beratungsleistungen abziehen.
Parallel dazu investiert Accenture weiter. Für rund 4,2 Milliarden Dollar übernimmt der Konzern mehrheitlich den Cybersicherheitsspezialisten Dragos sowie vollständig die Firmen runZero und NetRise. Ziel ist eine umfassende Plattform für operative Sicherheitstechnologie.
Zudem hat Accenture gemeinsam mit INFRONEER Holdings und SAP Japan eine neue Finanzdatenplattform gestartet. Das Management betont die starke Nachfrage nach großen Transformationsprojekten und KI-gestützten Programmen.
Ob der milliardenschwere Rückkauf reicht, um das Vertrauen der Anleger zurückzugewinnen, bleibt abzuwarten. Die nächsten Quartalszahlen werden zeigen, ob sich die operative Erholung beschleunigt. Bis dahin bleibt die Aktie ein volatiles Wertpapier mit hohem Risiko.
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