Accenture-Chefin Julie Sweet bläst zum Endspurt. Um das Geschäftsjahr 2026 mit einem starken Ergebnis abzuschließen, bricht der IT-Dienstleister mit internen Traditionen. Die Botschaft an die Belegschaft ist eindeutig: Akquise und Auslastung haben Vorrang vor Erholung.

Verzicht für den Umsatz

In einem ungewöhnlichen Schritt lockert Accenture seine Urlaubsregeln. Mitarbeiter dürfen nicht genommene freie Tage ausnahmsweise in das nächste Geschäftsjahr übertragen. Das Ziel der Maßnahme ist simpel: Maximale Kapazitäten für den Vertrieb und die Kundenbetreuung in den letzten Augustwochen.

Sweet forderte ihr Team in einem internen Memo auf, jeden möglichen Deal abzuschließen. Die Aktionäre würden auf ein starkes Quartalsfinale zählen. Damit erhöht die Konzernspitze den Druck, kurzfristig neue Aufträge zu generieren und die Arbeitskraft im Unternehmen zu binden.

Großauftrag in Australien

Parallel dazu baut Accenture sein Outsourcing-Geschäft massiv aus. Der australische Einzelhandelsriese Coles Group hat eine mehrjährige Partnerschaft bestätigt. Hunderte Stellen aus den Bereichen Marketing, Finanzen und Personal wandern künftig von Coles zum Dienstleister.

Marktbeobachter schätzen, dass der Deal langfristig bis zu 1.000 Positionen umfassen könnte. Coles will damit Kosten senken und technologische Prozesse straffen. Für Accenture stärkt dies die Präsenz im asiatisch-pazifischen Raum, insbesondere durch die Einbindung von Standorten in Indien.

Kurserholung setzt sich fort

Die Aktie reagiert positiv auf die operativen Impulse und stieg zuletzt auf 151,00 Euro. Damit setzte das Papier eine dynamische Phase fort, in der der Kurs innerhalb eines Monats um gut 25 Prozent zulegte. Auf Jahressicht bleibt die Bilanz mit einem Minus von 34 Prozent jedoch belastet.

Der operative Fokus liegt nun auf dem 31. August. Mit diesem Datum endet das Geschäftsjahr von Accenture. Das Management muss dann beweisen, ob der erzwungene Endspurt die gewünschte Wirkung in der Bilanz zeigt.