Neue EU-Regeln, neue Geschäftschancen: Accenture zeigt mit einem frischen Projekt, wie sich Regulierungsdruck in ein handfestes Beratungsmandat verwandeln lässt. Zusammen mit dem Mannheimer Softwareanbieter osapiens hat der Konzern dem Verpackungshersteller DS Smith geholfen, seine Lieferketten für die kommende EU-Entwaldungsverordnung fit zu machen.

Regulierung als Wachstumstreiber

Die EUDR-Vorschriften treten Ende 2026 in Kraft und verpflichten Unternehmen, lückenlos nachzuweisen, woher ihre Rohstoffe stammen. Für DS Smith bedeutete das eine Mammutaufgabe: Das Projekt erfasste mehr als 250 Werke in über 30 Ländern. Accenture übernahm dabei die Prozessberatung und Systemintegration, osapiens lieferte mit seiner HUB-Plattform die technische Basis.

Die Dimension des Projekts verdeutlicht, wie datengetrieben moderne Compliance-Arbeit inzwischen abläuft. Seit dem Start wurden mehr als 25.000 Lieferketten-Workflows automatisch abgewickelt, nahezu 25.000 Landparzellen digital überwacht und fast 10.000 Compliance-Fälle über automatisierte Prozesse bearbeitet. Über 1.000 Zulieferer wurden dabei in ein einheitliches System eingebunden.

Für Accenture ist der Fall mehr als ein Einzelprojekt. Der Konzern verweist darauf, dass fast 80 Prozent der von ihm befragten Lieferketten-Verantwortlichen wachsenden Druck durch unsichere regulatorische Rahmenbedingungen spüren. Genau hier positioniert sich Accenture als Partner, der Unternehmen nicht erst reagieren, sondern vorbereitet sein lässt.

Strategische Erweiterung der Partnerschaft

Die Zusammenarbeit mit osapiens bleibt nicht auf den Einzelfall DS Smith beschränkt. Beide Unternehmen wollen ihr gemeinsames Angebot künftig auf weitere Branchen und Regionen ausweiten. Im Kern geht es um mehrstufiges Lieferantenmapping, kontinuierliches Risiko-Monitoring und automatisierte Compliance-Prozesse – Themen, die angesichts wachsender regulatorischer Anforderungen in Europa an Bedeutung gewinnen dürften.

Für Accenture reiht sich das Projekt in eine Reihe von Initiativen ein, mit denen der Konzern sein Beratungsgeschäft rund um Nachhaltigkeit, Regulierung und Datenmanagement ausbaut.

Angesichts eines Jahresumsatzes von rund 70 Milliarden Dollar bleibt ein einzelnes Kundenprojekt zwar überschaubar. Es zeigt aber, in welche Richtung sich das Geschäftsmodell des Konzerns entwickelt: weg von reiner IT-Beratung, hin zu einer Rolle als Regulierungs- und Datenpartner für globale Konzerne.