Adesso hat an der Börse einen schweren Stand. Während die Digitalisierung boomt, verlor das Papier des IT-Dienstleisters seit Jahresbeginn rund 42 Prozent. Analysten sehen darin eine übertriebene Reaktion. Sie verweisen auf eine Bewertung, die so günstig wie seit einem Jahrzehnt nicht mehr ist.

Historisch niedrige Bewertung

Die fundamentalen Kennzahlen erreichen Extremwerte. Für das Geschäftsjahr 2026 liegt das geschätzte Kurs-Gewinn-Verhältnis bei rund 15. Das Kurs-Umsatz-Verhältnis ist auf etwa 0,2 gefallen. Marktbeobachter sehen in der Aktie deshalb einen klassischen Value-Titel.

Das operative Geschäft liefert dafür Argumente. Vor allem Aufträge aus dem öffentlichen Sektor treiben das Wachstum an. Auch das Thema Künstliche Intelligenz bleibt ein wichtiger Faktor für die Dortmunder. An der Börse spiegelt sich dieser Optimismus bisher nicht wider.

Druck durch den Abwärtstrend

Das charttechnische Bild bleibt schwierig. Am Freitag ging die Aktie bei 51,90 Euro aus dem Handel. Damit notiert das Papier fast 30 Prozent unter seinem 200-Tage-Durchschnitt. Das negative Momentum hält an.

Kurzfristig fehlen Signale für eine Erholung. Der Relative-Stärke-Index liegt mit 44,2 im neutralen Bereich. Die Aktie ist also trotz der hohen Verluste noch nicht massiv überverkauft. Anleger zeigen sich bei deutschen Technologiewerten weiterhin zurückhaltend.

Entscheidung im August

Im Juli gibt Adesso zunächst Einblicke in seine Strategien bei einem Treffen in München. Der eigentliche Härtetest folgt im August 2026. Dann veröffentlicht das Unternehmen seinen Halbjahresbericht.

Diese Zahlen müssen die Prognosen für das Gesamtjahr untermauern. Im ersten Quartal erzielte Adesso ein EBITDA von 27 Millionen Euro. Bestätigt der Bericht im August diesen Kurs, könnte die Aktie einen Boden finden.