Adidas kämpft mit einem der schwächsten Chartbilder im DAX. Zum Wochenschluss notierte die Aktie bei 142,10 Euro und hat allein in den vergangenen sieben Tagen 4,6 Prozent verloren. Seit Jahresbeginn steht ein Minus von 16 Prozent zu Buche. Damit setzt sich ein Abwärtstrend fort, der Anleger zunehmend verunsichert – trotz einer Reihe positiver Signale von Analystenseite und einer dichten Produktkommunikation des Konzerns.
Analysten sahen zuletzt Aufwärtspotenzial
Anfang September hatte Barclays die Einstufung für Adidas von „Equalweight“ auf „Overweight“ angehoben und das Kursziel von 190 auf 210 Euro erhöht. Als Begründung nannte das Analysehaus die Qualität des Geschäftsmodells sowie die anstehenden Innovationstage des Konzerns.
Kurz darauf bestätigte RBC Capital Markets seine „Outperform“-Einstufung mit einem Kursziel von 200 Euro; Analyst Piral Dadhania verwies dabei auf eher zurückhaltende Markterwartungen für das zweite Halbjahr.
Beide Einschätzungen liegen damit deutlich über dem aktuellen Kursniveau. Dass die Aktie seit diesen Kurszielanhebungen dennoch weiter abgerutscht ist, zeigt, wie sehr die Stimmung am Markt von der fundamentalen Analystensicht abweicht.
Der Abstand zum 52-Wochen-Hoch von 200,90 Euro, notiert am 21. Oktober 2025, beträgt inzwischen 29 Prozent – ein Niveau, das die von Barclays und RBC ausgerufenen Kursziele fast wie eine Rückkehr zu alten Höchstständen erscheinen lässt.
Produktoffensive läuft parallel zum Kursverfall
Operativ zeigt sich Adidas derweil aktiv wie selten. Am gestrigen Freitag brachte das Unternehmen gemeinsam mit Tyrrell Winston die neue FW26-Kollektion „The Athlete“ weltweit in den Handel, online und über die CONFIRMED-App.
Wenige Tage zuvor, am 5. September, veröffentlichten Adidas Originals und Pharrell Williams den VIRGINIA Watermoc in drei Farbvarianten global. Auch eine Kollaboration mit der Designerin Simone Rocha im Rahmen der FW26-Linie war für den 10. September angekündigt worden.
Diese Produktdichte unterstreicht, dass Adidas seine Innovationskraft und Markenpartnerschaften weiter forciert – ein Aspekt, den auch Barclays explizit als Kaufargument anführte. Kursrelevant im engeren Sinne sind solche Kollektionsstarts jedoch selten, sie liefern eher langfristige Markenpflege als kurzfristige Kurstreiber.
Charttechnisch angeschlagen
Die technische Lage bleibt angespannt. Der Relative-Stärke-Index von 27,6 signalisiert eine überverkaufte Aktie und deutet auf erschöpften Abgabedruck hin. Gleichzeitig liegt der Kurs nur noch 9,1 Prozent über dem 52-Wochen-Tief von 130,20 Euro, das erst am 23. März dieses Jahres markiert wurde.
Für Anleger bedeutet das: Die fundamentale Einschätzung der Analysten und das charttechnische Bild könnten sich nun ausgerechnet in einer Phase treffen, in der die Aktie so tief steht wie seit Monaten nicht mehr.
Ob die kommenden Innovationstage, auf die Barclays explizit verwiesen hatte, tatsächlich zum erhofften Stimmungsumschwung führen, bleibt für Anleger die entscheidende Frage der nächsten Wochen. Belastbare neue Unternehmenszahlen oder eine offizielle Stellungnahme von Adidas zur jüngsten Kursschwäche liegen bislang nicht vor.
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