Am 11. Juni rollt der Ball bei der FIFA Weltmeisterschaft 2026. Für Adidas ist das Turnier weit mehr als ein sportliches Großereignis — es ist der zentrale Hebel für das US-Wachstum. An der Börse kämpft das Papier derweil um eine wichtige charttechnische Marke.
Großangriff im Wachstumsmarkt
Das Teilnehmerfeld ist das größte der WM-Geschichte. Beim Ausrüster-Wettbewerb führt Herzogenaurach das Feld an:
- Adidas: 14 Nationalmannschaften
- Nike: 12 Nationalmannschaften
- Puma: 11 Nationalmannschaften
Zusätzlich stellt Adidas den offiziellen Spielball und rüstet rund ein Drittel der Spieler mit Schuhen aus. Bereits im Vorfeld spülten die WM-Produkte knapp 300 Millionen US-Dollar in die Kassen.
Der Fokus liegt klar auf Nordamerika. Die Weltmeisterschaft kehrt erstmals seit über drei Jahrzehnten in die USA zurück. Für CEO Björn Gulden ist der amerikanische Markt der entscheidende Wachstumsfaktor, um den Rückstand auf den Rivalen Nike aufzuholen.
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Volle Lager und ein emotionaler Abschied
Um Lieferengpässe zu vermeiden, hat das Management frühzeitig vorgesorgt. Die Lagerbestände stiegen im ersten Quartal gezielt um 14 Prozent. Laut CFO Harm Ohlmeyer handelt es sich um gesunde Reserven, die fast vollständig für laufende oder kommende Saisons eingeplant sind.
Parallel dazu bespielt Adidas ein emotionales Narrativ. Das aktuelle deutsche Heimtrikot markiert das Ende einer Ära, bevor Nike den DFB nach sieben Jahrzehnten übernimmt. Um diesen Abschied zu monetarisieren, bringt Herzogenaurach eine Retro-Kollektion historischer Klassiker auf den Markt.
Preislich positioniert sich der Konzern dabei leicht unter dem US-Rivalen. Ein Replica-Trikot kostet im Schnitt 100 Euro, während Nike knapp zehn Euro mehr aufruft.
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Kampf um die 200-Tage-Linie
Finanziell ist das Fundament für das Turnierjahr gelegt. Im ersten Quartal kletterte der Umsatz um 14 Prozent auf knapp 6,6 Milliarden Euro. Der Vorstand hält am Jahresziel fest und peilt ein operatives Ergebnis von rund 2,3 Milliarden Euro an. Rückenwind liefert dabei auch der anhaltende Modetrend rund um Retro-Sneaker wie den Samba.
An der Börse spiegelt sich die operative Zuversicht in einer kurzfristigen Erholung wider. Im vergangenen Monat legte die Adidas-Aktie um über zwölf Prozent zu und notiert aktuell bei 160,55 Euro.
Damit verteidigt das Papier hauchdünn die vielbeachtete 200-Tage-Linie bei 159,24 Euro. Hält diese Unterstützung während der umsatzstarken WM-Wochen, rückt das 52-Wochen-Hoch jenseits der 214-Euro-Marke wieder in den charttechnischen Fokus.
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