Adidas steht vor einer entscheidenden Woche. Am Monatsende legt der Sportartikelhersteller seine Zahlen zum zweiten Quartal und zum ersten Halbjahr 2026 vor. Analysten erwarten einen deutlichen Gewinnsprung – befeuert vom WM-Boom.

Die Aktie zeigt sich vor der Bilanz stabil. Am Dienstag schloss das Papier bei 181,30 Euro, ein Plus von 0,55 Prozent. Damit liegt der Kurs 4,57 Prozent über dem 50-Tage-Durchschnitt von 173,37 Euro – ein Zeichen für den intakten Aufwärtstrend der vergangenen Monate.

Analysten erwarten deutlichen Gewinnsprung

Der Konsens der Analysten rechnet mit einem Gewinn je Aktie von rund 2,39 Euro. Im Vorjahresquartal lag der Wert bei 2,07 Euro. Das wäre ein spürbarer Sprung bei der Profitabilität.

Auch beim Umsatz erwarten Experten ein deutliches Plus. Die Schätzungen liegen bei rund 6,60 Milliarden Euro. Das entspricht einem Zuwachs von etwa 10,85 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal.

Getrieben wird dieses Wachstum vor allem durch das Direct-to-Consumer-Geschäft. Hinzu kommt eine anhaltend hohe Nachfrage nach Lifestyle-Produkten.

Der WM-Effekt treibt das Geschäft

Für das Geschäftsjahr 2026 spielt die Fußball-Weltmeisterschaft eine zentrale Rolle. Adidas profitiert von Rekordabsätzen bei Trikots und einer gestiegenen Markenpräsenz. JPMorgan stufte die Aktie bereits Mitte Juli mit „Overweight“ ein – die Bewährungsprobe folgt nun in den Zahlen.

Bestätigt sich der WM-Effekt in harten Kennzahlen, halten Experten eine Anhebung der Jahresprognose für möglich. Aktuell rechnet Adidas für 2026 mit einem währungsbereinigten Umsatzwachstum im hohen einstelligen Prozentbereich. Belastungen durch US-Zölle und Wechselkurseffekte, die das Ergebnis im Frühjahr noch gedrückt hatten, gelten am Markt inzwischen als eingepreist.

Rückkauf und neue Ladenkonzepte stützen das Bild

Neben den operativen Zahlen stützt ein laufendes Aktienrückkaufprogramm den Kurs. Bis zum 24. Juli 2026 kaufte Adidas rund 1,38 Millionen eigene Aktien zurück. Das werten Marktbeobachter als Signal finanzieller Stärke.

Parallel investiert der Konzern in sein Filialnetz. Im Flagship-Store in Johannesburg installierte Adidas ein bewegliches LED-Deckensystem. Damit lässt sich der Eingangsbereich der „Mall of Africa“ schnell für neue Kampagnen umgestalten – ein Beispiel für den Fokus auf digitale Markenerlebnisse im stationären Handel.

Vom 52-Wochen-Tief bei 130,20 Euro hat sich die Aktie bereits um 39,25 Prozent erholt. Das unterstreicht die Erholungsdynamik der vergangenen Monate.

CEO Björn Gulden präsentiert die Bilanz Ende Juli 2026. Bestätigt sich der WM-Effekt in den Zahlen, dürfte Adidas die Jahresprognose für 2026 anheben.