Die Aktie von Adidas hat am Freitag einen Zuwachs von 2,5 Prozent verzeichnet und ging bei 146,50 Euro aus dem Handel. Trotz der jüngsten Erholung notiert der Sportartikelhersteller noch rund 27 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch. Die Kursbewegung rundet eine Handelswoche ab, in der strategische Weichenstellungen und Analystenkommentare die Aufmerksamkeit der Marktteilnehmer prägten.

Für die Anleger steht gegenwärtig im Mittelpunkt, wie zügig der Konzern seine operative Trendwende vorantreiben kann. Neben der Bereinigung älterer Lagerbestände rückt dabei vor allem die Frage in den Fokus, ob die aktuellen Produktinitiativen ausreichen, um die Nachfrage in den Kernmärkten wieder auf breiter Front zu beleben.

Analysten sehen Spielraum nach oben

Unterstützung erhielt das Papier zuletzt von Seiten der Experten. Am Freitag bestätigte die kanadische Bank RBC nach dem Innovationstag von Adidas ihre Einstufung mit „Outperform“ und nannte ein Kursziel von 200 Euro.

Bereits am Dienstag hatte laut dpa-AFX der US-Finanzdienstleister StoneX eine Kaufempfehlung ausgesprochen. StoneX bezifferte das Kursziel ebenfalls auf 200 Euro und verwies dabei auf anstehende Produktneuheiten sowie sichtbare Fortschritte beim Abbau hoher Vorräte.

Beide Institute trauen dem DAX-Wert damit ein deutliches Aufwärtspotenzial zu. Die Experten werten insbesondere die Fähigkeit zur schnellen Markteinführung neuer Technologien und Lifestyle-Produkte als entscheidenden Treiber für die kommenden Quartale.

Produktpipeline und strukturelle Anpassungen

Auf der Produktseite setzte das Unternehmen parallel dazu deutliche Impulse im Markt. Gestern startete der Verkauf des gemeinsam mit dem Musiker Bad Bunny entworfenen Modells BadBo 1.0 „Puerto Rican Night“ zu einem empfohlenen Verkaufspreis von 160 US-Dollar. Zudem stellte der Konzern am Dienstag in Singapur den Wettkampf-Laufschuh Adizero Adios Pro 5 vor, der vor Ort für 359 Singapur-Dollar erhältlich ist.

Gleichzeitig markiert das Wochenende das Ende einer Ära: Über offizielle Kanäle begann gestern der Abverkauf des letzten Adidas-Trikots für die deutsche Fußballnationalmannschaft vor dem anstehenden Wechsel des Verbandsausrüsters. Zusätzliche Aufmerksamkeit verspricht zudem die Zusammenarbeit mit Entire Studios, deren neue Kollektion am kommenden Dienstag weltweit in den Filialen sowie im Online-Handel starten soll.

Flankiert werden die Marktoffensiven von punktuellen Kostenanpassungen in den Auslandsstandorten. Medienberichten zufolge trennte sich das Unternehmen im indischen Gurgaon von Mitarbeitern seines dortigen Technologiezentrums. Der Abbau betrifft weniger als 20 Prozent der rund 900 Beschäftigten an diesem Standort.

Mit der Verbindung aus gezielten Lifestyle-Kooperationen, technischen Laufschuhen und fortlaufenden Effizienzmaßnahmen versucht der Konzern, das Fundament für eine dauerhafte Erholung zu legen. Für Anleger kommt es nun darauf an, ob die neuen Produktlinien die Dynamik im Schlussquartal wie erhofft ankurbeln.