Starke Quartalszahlen und eine höhere Gewinnprognose haben Adidas gestern einen Kursgewinn von 5,3% beschert. Laut dpa-AFX überzeugten die Rekordergebnisse und das regional breit aufgestellte Wachstum die Anleger. Zusätzlichen Rückenwind gab die Erwartung von CEO Bjørn Gulden, dass auch das europäische Geschäft wieder wachsen wird.

Gewinn wächst schneller als Umsatz

Im dritten Quartal 2026 steigerte Adidas den Umsatz um 9 % auf 7.252 Mio. Euro. Damit lieferte das Unternehmen die Grundlage für die optimistischere Einschätzung des Gesamtjahres.

Entscheidend ist dabei nicht allein das zusätzliche Geschäft. Das operative Ergebnis legte deutlich stärker zu als die Erlöse. Die Zahlen zeigen damit eine Verbesserung der Ertragskraft, allerdings unterstützte auch eine Zollrückerstattung die Marge.

Das Betriebsergebnis stieg um 37 % auf 1.008 Mio. Euro. Der Gewinn aus fortgeführten Geschäftsbereichen erreichte 711 Mio. Euro.

Für Anleger ist die Unterscheidung zwischen operativer Entwicklung und dem Beitrag der Zollrückerstattung wichtig. Beide Faktoren gehören zur Einordnung des Rekordquartals; die Margenverbesserung lässt sich nicht ausschließlich dem Umsatzwachstum zuschreiben.

Die Bruttomarge erreichte 54,3 %. Sie profitierte nach Unternehmensangaben auch von einer Erstattung von rund 200 Mio. Euro an US-Zöllen.

Höhere Erwartungen an das Gesamtjahr

Mit dem Quartalsbericht hat Adidas zugleich die Messlatte für den Jahresabschluss angehoben. Die neue Prognose ist damit ein weiterer konkreter Anhaltspunkt für die positive Börsenreaktion.

Für 2026 erwartet das Unternehmen nun ein Betriebsergebnis von rund 2,5 Mrd. Euro. Zuvor hatte Adidas rund 2,3 Mrd. Euro in Aussicht gestellt.

Eine wichtige Rolle für den weiteren Geschäftsverlauf spielt Europa. Nach der dortigen Schwäche erwartet Gulden im vierten Quartal eine Rückkehr zum Wachstum. Das Orderbuch bezeichnete er laut dpa-AFX als „ausgesprochen positiv“. Erwartet werde ein Zuwachs im hohen einstelligen Prozentbereich. Das ist eine Erwartung, noch kein gemeldetes Ergebnis.

Analysten betonen das Direktkundengeschäft

Jefferies bestätigte gestern die Kaufempfehlung mit einem Kursziel von 187 Euro. Analyst James Grzinic hob das vom Direktkundengeschäft getragene Wachstum hervor. Positiv würdigte er außerdem die Entwicklung der Lagerbestände im Verhältnis zum Umsatz.

Auch Bernstein Research blieb gestern bei einer positiven Einschätzung und einem Kursziel von 245 Euro. Als Wachstumstreiber nannte das Haus das Performance- und Direktkundengeschäft. Bei Lifestyle-Schuhen bestünden dagegen weiterhin Herausforderungen.

Damit richtet sich der Blick nach dem Kurssprung auf die Fortsetzung des operativen Wachstums. Die höhere Jahresprognose setzt den finanziellen Maßstab; die erwartete Erholung in Europa soll die regional breite Entwicklung ergänzen. Die Schwierigkeiten bei Lifestyle-Schuhen begrenzen zugleich das uneingeschränkt positive Bild.