Rekordumsatz, Rekordgewinn, angehobene Prognose: Adidas hat im dritten Quartal geliefert. Die Aktie legte im nachbörslichen Handel am Dienstag bereits knapp 3 Prozent zu. Charttechnisch kommt das zur rechten Zeit.
Rekord bei Umsatz und Ergebnis
Der Umsatz wuchs um 9 Prozent auf 7,252 Milliarden Euro, währungsbereinigt waren es 7 Prozent. Die Bruttomarge verbesserte sich um 2,5 Prozentpunkte auf 54,3 Prozent. Das Betriebsergebnis sprang um 37 Prozent auf 1,008 Milliarden Euro, das ist der höchste Quartalswert der Firmengeschichte.
Ein Teil des Gewinns stammt aus einem Sondereffekt. Adidas hat im Quartal einen Großteil seiner US-Zollforderungen erstattet bekommen, die Rückerstattung beläuft sich auf rund 200 Millionen Euro.
Prognose angehoben
Für das Gesamtjahr 2026 bestätigt der Konzern ein währungsbereinigtes Umsatzplus von 9 bis 10 Prozent, das nun zu höherer Profitabilität führen soll. Das Betriebsergebnis soll rund 2,5 Milliarden Euro erreichen, zuvor standen rund 2,3 Milliarden im Plan. Inklusive der Zollerstattung wäre ein Wert von 2,6 Milliarden Euro möglich.
Der Vorstand zieht dabei bewusst die Handbremse. Rund 100 Millionen Euro will Adidas im vierten Quartal in Initiativen für einen höheren operativen Hebel in den kommenden Jahren reinvestieren. Die Prognose fällt damit etwas niedriger aus, als es die reine Quartalsdynamik hergeben würde.
Zur Vorsicht mahnt auch der Vorjahresvergleich: 2025 lag das Betriebsergebnis bei 2,056 Milliarden Euro, der Umsatz bei 24,811 Milliarden Euro. Die neue Zielmarke bedeutet also einen deutlichen Sprung.
Analysten und Chartbild
Jefferies bleibt bei „Buy“ und einem Kursziel von 187 Euro. Analyst James Grzinic verweist darauf, dass das operative Ergebnis trotz nachlassenden Rückenwinds beim Betriebskapital und eines promotionsgetriebenen europäischen Marktes zulegte. Das sollte Anleger zuversichtlich stimmen.
Aus Sicht von Chartanalysten kommen die Zahlen gelegen. Die Aktie hatte einen wichtigen Widerstand überwunden, ohne dass Anschlusskäufe folgten, was leicht als Bullenfalle hätte enden können. Der Impuls nach den Zahlen könnte dieses Risiko entschärfen.
Die vollständigen Quartalszahlen veröffentlicht Adidas am 29. Oktober. Dann zeigt sich, wie sich die Ergebnisse auf Segmente und Regionen verteilen und wie stark der Zolleffekt das Bild prägt.
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