Adidas Aktie: Harter Realitätscheck

Adidas verfehlt die Markterwartungen für 2026 deutlich und senkt die operative Gewinnprognose auf 2,3 Milliarden Euro. US-Zölle und Währungseffekte belasten die Aussichten.

Adidas Aktie
Kurz & knapp:
  • Gewinnprognose für 2026 deutlich unter Analystenerwartungen
  • Aktie fällt auf neues 52-Wochen-Tief von 132,30 Euro
  • US-Importzölle und Wechselkurse belasten Margen
  • Berenberg senkt Kursziel nach enttäuschendem Ausblick

Nach einem glänzenden Rekordjahr 2025 holt die Marktrealität den Sportartikelhersteller unsanft ein. Eine überraschend schwache Gewinnprognose für das laufende Geschäftsjahr überschattet die jüngsten operativen Erfolge von CEO Bjørn Gulden. Externe Gegenwinde zwingen das Management nun zu einer defensiven Haltung, die bei Investoren zu sofortigen Verkäufen führt.

Der operative Gewinn für 2026 soll laut Unternehmensführung lediglich bei rund 2,3 Milliarden Euro liegen. Damit verfehlt der Konzern die Markterwartungen von 2,72 Milliarden Euro um beachtliche 15 Prozent. Diese deutliche Diskrepanz schickte die Papiere auf direkte Talfahrt. Am gestrigen Freitag schloss der Titel exakt auf seinem neuen 52-Wochen-Tief von 132,30 Euro, was den immensen Abgabedruck der vergangenen Handelstage unterstreicht.

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Zölle bremsen das Wachstum

Verantwortlich für die konservative Zielsetzung sind primär makroökonomische Faktoren. Höhere US-Importzölle auf Waren aus Asien sowie negative Wechselkurseffekte belasten die zukünftigen Margen erheblich. Diese Entwicklung formt einen harten Kontrast zu den gerade vorgelegten Jahreszahlen: Für 2025 vermeldete der Konzern noch einen beeindruckenden Rekordumsatz von 24,8 Milliarden Euro und einen Nettogewinnsprung auf 1,34 Milliarden Euro. Die starken Vergangenheitsdaten spielen für die aktuelle Preisbildung am Markt jedoch kaum noch eine Rolle.

Auf dem Parkett sorgt der getrübte Ausblick für geteilte Meinungen. Während die UBS an ihrer Kaufempfehlung mit einem Ziel von 219 Euro festhält, zog die Privatbank Berenberg spürbare Konsequenzen aus der neuen Faktenlage:

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  • Kurszielsenkung von 220 auf 190 Euro (Einstufung bleibt „Hold“)
  • Reduzierung der EBIT-Schätzungen um 9 bis 12 Prozent
  • Verschiebung der anvisierten operativen Marge von über 10 Prozent auf das Jahr 2028

Flankiert werden diese fundamentalen Neueinschätzungen von einer personellen Weichenstellung. Nassef Sawiris übernimmt künftig den Vorsitz des Aufsichtsrats, um den Kurs des parallel im Amt bestätigten Vorstandschefs Gulden zu begleiten. Zudem besorgte sich das Unternehmen über eine neue Anleihe frisches Kapital in Höhe von 20 Millionen Euro.

Der nächste Stresstest steht fest

Am 29. April 2026 präsentiert Adidas die Ergebnisse für das erste Quartal. Dieser Termin liefert den ersten handfesten Beleg dafür, wie stark die US-Zollthematik und die Währungseffekte das operative Tagesgeschäft im neuen Jahr tatsächlich beschneiden. Bis zu diesem Datum müssen die neu gesteckten, mittelfristigen Ziele des Managements die Skepsis der Anleger ausbalancieren.

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